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Fehlverhalten gegenüber Jugendlichen in den 90ern

Wegen Missbrauchsvorwürfen: US-Weihbischof tritt zurück

Papst Franziskus hat den Rücktritt von Alexander Salazar angenommen. Er ist bereits der zweite Weihbischof der Diözese Los Angeles, der innerhalb eines Jahres im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal zurücktritt.

Vatikanstadt/Los Angeles - 20.12.2018

Nach Vorwürfen früheren Fehlverhaltens gegen einen Minderjährigen hat Papst Franziskus den Rücktritt des Weihbischofs in Los Angeles Alexander Salazar (69) angenommen. Zusammen mit der Mitteilung verbreitete der Vatikan am Mittwoch einen Brief des Erzbischofs von Los Angeles Jose Gomez, in dem dieser die Gründe erläutert. Demnach soll sich Salazar in den 90er Jahren als Pfarrer gegenüber einem Minderjährigen fehlverhalten haben. Salazar weist die nicht näher benannten Vorwürfe zurück.

Kommission hält Vorwürfe für glaubwürdig

Erzbischof Gomez schreibt, das Erzbistum habe 2005, nach der Bischofsweihe Salazars, indirekt von den Vorwürfen erfahren. Diese seien bereits 2002 durch staatliche Behörden untersucht worden; der Staatsanwalt habe sie aber nicht weiter verfolgt. Das Erzbistum habe den Fall dann an die Glaubenskongregation in Rom weitergeleitet, die nach einer Untersuchung Salazar und dem Bistum einige Vorsichtsmaßnahmen auferlegte.

Weitere Vorwürfe gegen Weihbischof Salazar seien bislang nicht bekannt geworden, so Gomez. Dennoch habe er als Erzbischof nach Rücksprache mit dem Vatikan die unabhängige Missbrauchsuntersuchungskommission des Erzbistums damit befasst. Die Kommission halte die Missbrauchs-Vorwürfe von damals für glaubwürdig. Das Ergebnis und sein eigenes Votum habe er an die zuständige Bischofskongregation weitergeleitet, die nun mit dem Papst entschieden habe.

Vor einem halben Jahr war bereits ein anderer Weihbischof des Erzbistums zurückgetreten, gegen den es Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal gibt. Weihbischof Thomas J. Curry war in früheren Jahren in die Vertuschung von Missbrauchsfällen im zahlenmäßig größten Bistum der USA verwickelt. Anfang 2013 war bekannt geworden, dass der frühere Erzbischof von Los Angeles, Kardinal Roger Mahony, und Curry als sein Personalverantwortlicher in den 1980er Jahren gezielt pädophil auffällig gewordene Priester einer Therapie und der staatlichen Strafverfolgung entzogen hatten.

Amtsverzicht mit 75 Jahren

Im Februar 2013 hatte Erzbischof Jose Gomez Velasco seinen Amtsvorgänger Mahony von allen verbliebenen Aufgaben entbunden. Nach Medienberichten hatte Gomez damals auch mitgeteilt, dass Curry, der 1994 zum Weihbischof des Erzbistums ernannt worden war, seinen Rücktritt angeboten habe. Damals wurde das Angebot nicht angenommen. Das Kirchenrecht sieht für Bischöfe mit 75 Jahren einen Amtsverzicht vor. (gho/KNA)