Zehnmal zorniger Gott in der Bibel
Der liebe Gott kann auch anders

Zehnmal zorniger Gott in der Bibel

Die Vorstellung von Gott als gütigem Mann mit Rauschebart ist weit verbreitet. Doch in der Bibel gibt es nicht nur den "lieben Gott". Er kann auch anders! Katholisch.de stellt zehn einprägsame Stellen vor, bei denen die (Un)Gläubigen nichts zu lachen haben.

Von Julia Martin |  Bonn - 16.03.2017

1. Die Sintflut

Gen 6,17: Ich bin es. Siehe, ich will die Flut, das Wasser, über die Erde bringen, um alle Wesen aus Fleisch unter dem Himmel, alles, was Lebensgeist in sich hat, zu verderben. Alles auf Erden soll seinen Tod finden.

Gott ist enttäuscht von der "Bosheit" (Gen 6,5) der Menschen und bereut ihre Erschaffung. Eigentlich plant er, alle Menschen zu vernichten. Doch Noach, der Gerechte und Untadelige, findet in seinen Augen Gnade. Er soll dafür sorgen, dass die Tierwelt und die Menschen überleben indem er eine Arche baut, die Schutz während der Sintflut bietet.

2. Sodom und Gomorra

Gen 19,23: Als die Sonne über dem Land aufgegangen und Lot in Zoar angekommen war, ließ der HERR auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer regnen, vom HERRN, vom Himmel herab. Er ließ ihre Städte einstürzen mitsamt ihrem ganzen Umkreis, auch alle Einwohner der Stadt und alles, was auf den Feldern wuchs.

Die Bewohner von Sodom und Gomorra sind die nächsten, die unter ihrer eigenen Verdorbenheit zu leiden haben. Wenn nur zehn gerechte Menschen dort gefunden worden wären, hätte Gott die Städte von seinem Zorn verschont. Doch als er Engel schickt, werden diese Opfer der Fremdenfeindlichkeit von Sodom. Daraufhin schickt Gott einen Schwefelregen und lässt nur Lot, den Neffen Abrahams, und seine Töchter am Leben.

3. Israel und die Völker

Dtn 7,23: Doch wird der HERR, dein Gott, dir diese Völker ausliefern. Er wird sie in ausweglose Verwirrung stürzen, bis sie vernichtet sind. Er wird ihre Könige in deine Gewalt geben. Du wirst ihren Namen unter dem Himmel austilgen. Keiner wird deinem Angriff standhalten können, bis du sie schließlich vernichtet hast.

Als Moses und dem Volk Israel die Zehn Gebote gegeben wurden, werden diese zur Einhaltung verpflichtet. Alle anderen Völker, die gottlos leben, sollen dem auserwählten Volk weichen. Gott sichert Moses dabei Unterstützung zu und weist ihn an, alle Götterbilder der anderen Völker zu vernichten gemäß dem 1. Gebot: "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben".

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Video: © katholisch.de

Was sind die Zehn Gebote? Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger".

4. Streit Gottes mit seinem Volk

Jes 1, 20: Wenn ihr euch aber weigert und auflehnt, werdet ihr vom Schwert gefressen. Ja der Mund des HERRN hat gesprochen.

In den vorherigen Versen ruft Gott dazu auf, Gutes zu tun, dann würde er dem Volk verzeihen. Ihre Frömmigkeit und Gebet hätten nur dann einen Wert, wenn sie auch Gutes tun und sich von ihren bösen Taten abwenden würden. Dieses Ultimatum ist keine Wahlentscheidung, sondern eine Warnung und ein Appell zur Umkehr.

5. Zorn Gottes und das Gericht mit Edom

Jes 34,2: Denn der HERR ist zornig über alle Nationen, er grimmt über ihr ganzes Heer. Er hat sie dem Bann bestimmt, zur Schlachtung freigegeben.

Auch hier wird der Zorn Gottes auf die "Ungläubigen" spürbar. Besonders das Volk Edom nach dem Streit um Zion wird es hart treffen. In 17 Versen kündigt er seine Rache an und benutzt hier drastische Worte und Bilder. Im Alten Testament zeigt sich Gott als insgesamt rücksichtslos und rachsüchtig gegenüber allen Menschen, die ihn nicht achten und seine Gebote nicht befolgen.

6. Die Tempelreinigung

Mt 21,12-13: Jesus ging in den Tempel und trieb alle Händler und Käufer aus dem Tempel hinaus; er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler um und sagte zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes genannt werden. Ihr aber macht daraus eine Räuberhöhle

Nicht nur der Gottvater, sondern auch Jesus kann böse werden. Er wird handgreiflich, stößt Tische um und tadelt die Ungläubigen, die den Tempel entehren. Diese Aggressivität Jesu ist ungewohnt. Doch auch er sorgt damit nur dafür, dass die Menschen gottesfürchtig sind.

50 Mal Barmherzigkeit

Gott ist aber noch öfter barmherzig. Der Blick in die Bibel zeigt, dass Barmherzigkeit zunächst eine Eigenschaft Gottes ist, die auch Menschen haben können. Katholisch.de zeigt die wichtigsten Bibelstellen zu dieser Tugend auf.

7. Wer glaubt, ist nicht verloren

Joh 3,36: Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.

Auch hier zeigt sich, dass die Gottesfurcht der Dreh- und Angelpunkt einer guten Beziehung ist. Nur Menschen, die gehorchen, laufen nicht in Gefahr, den Zorn Gottes auf sich zu ziehen.

8. Heillosigkeit der Welt ohne das Evangelium

Röm 1,18: Denn der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.

Paulus leitet seinen Brief zur Bedeutung des Evangeliums mit diesen scharfen Worten ein. Der Vers verdeutlicht den Glauben an Gott und das Evangelium als Rettung vor dem Verderben. In den Folgeversen beschreibt Paulus das Handeln und das Schicksal der gottlosen Heiden.

9. Auch Engel sind Sünder

2 Pet 2,4: Gott hat auch die Engel, die gesündigt haben, nicht verschont, sondern sie mit Ketten in der Finsternis der Unterwelt verwahrt und sie als Gefangene dem Gericht übergeben.

Petrus warnt in diesem Brief vor falschen Propheten. Sie werden genauso dem Zorn Gottes zum Opfer fallen, wie Engel, die gesündigt haben. Selbst diese hat Gott nicht verschont. Zudem greift Petrus hier auf die Bestrafungen der Ungläubigen im Alten Testament zurück.

10. Der Höhepunkt des Zornes

Offb 15,1: Dann sah ich ein anderes Zeichen am Himmel, groß und wunderbar. Ich sah sieben Engel mit sieben Plagen, den sieben letzten; denn in ihnen erreicht der Zorn Gottes sein Ende.

In der Offenbarung des Johannes geht es um die Zeit vor dem Ende der Welt und die Apokalypse. In den Engeln, die sieben Plagen über die Erde bringen werden, erreicht der Zorn Gottes seinen Höhepunkt und im Sieg über Satan sein Ende. Erst nach dem Jüngsten Gericht über alle Toten ist alles offen für die neue Welt Gottes, in der er unter den Menschen wohnen wird.

Von Julia Martin