Zeichen gegen Rassismus
Zehntausende bilden Menschenketten gegen Fremdenfeindlichkeit

Zeichen gegen Rassismus

Übergriffe auf Flüchtlinge, fremdenfeindliche Kommentare im Netz: Mehrere Zehntausend Teilnehmer setzten am Wochenende mit den Menschenketten "Hand in Hand gegen Rassismus" ein Zeichen dagegen.

Berlin - 19.06.2016

Angesichts von Fremdenfeindlichkeit und Übergriffen auf Flüchtlinge werteten die Veranstalter die rege Teilnahme als starkes Signal gegen Rassismus und für ein weltoffenes und vielfältiges Deutschland. Zu den Initiatoren zählen Organisationen wie Amnesty International, Brot für die Welt, Misereor, Der Paritätische, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Diakonie Deutschland.

Es sei Teil der Erfolgsgeschichte Europas und Deutschlands, dass hier schon immer Menschen unterschiedlicher Herkunft "das Zusammenleben gelernt und gepflegt" haben, sagte der evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg. Christen müssten sich besonders gegen die Tendenzen einsetzen, "den christlichen Glauben politisch für nationalen Egoismus zu instrumentalisieren. Das ist ein Widerspruch in sich", mahnte Markus Dröge, der in der Hauptstadt an der Menschenkette teilnahm.

Landesbischof: Probleme thematisieren

Der Bischof betonte zugleich, Probleme und Besorgnisse müssten thematisiert werden. "Aber nie und nimmer dürfen Ängste und Sorgen dazu führen, Menschen auszugrenzen, menschenverachtende Parolen in die Welt zu setzen und damit die Werte unseres Grundgesetzes zu unterlaufen."

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Video: © MISEREOR

Warum Michaela May zur Menschenkette geht? Die bundesweite Mitmachaktion am 18. und 19. Juni 2016 lädt ein sich, "Hand in Hand gegen Rassismus und für Menschenrechte und Vielfalt" einzusetzen.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, betonte, die große Mehrheit in Deutschland stehe für Weltoffenheit, "nicht für dumpfen Rassismus". Dies beweise die Unterstützung für Flüchtlinge jeden Tag.

Der Geschäftsführer der Flüchtlingsorganisation Pro Asyl, Günter Burkhardt, erneuerte die Kritik an der europäischen Flüchtlingspolitik. Der Versuch einer Abriegelung sei "Wasser auf die Mühlen der Rassisten".

Die Menschenrechts-Referentin der Hilfsorganisation Brot für die Welt, Julia Duchrow, forderte in Leipzig die Bundesregierung auf, Fluchtursachen wie Rüstungsexporte in Krisenländer anzugehen. "Sie darf die Kontrolle von Migration nicht auf Staaten wie Eritrea oder Ägypten abwälzen, die mit ihren Menschenrechtsverletzungen selbst Fluchtursachen schaffen", so Duchrow. (KNA)