Nahaufnahme einer Tablette in einer gelben Verpackung.
Im Jahr 2015 wurde die Rezeptpflicht aufgehoben

Zeitung: "Pille danach" immer häufiger ausgegeben

Als die "Pille danach" noch von Ärzten verordnet wurde, geschah dies jährlich rund 475.000 Mal. Im Jahr 2017 wurde sie hingegen 808.000 Mal von Apotheken abgegeben.

Berlin - 04.08.2018

Die "Pille danach" wird immer häufiger verkauft. 2017 gaben die Apotheken das Mittel insgesamt 808.000 Mal ab, wie die "Bild"-Zeitung am Samstag unter Berufung auf Zahlen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) berichtet. Das entspreche einer Steigerung um 6,7 Prozent gegenüber 2016, wo das Mittel 757.000 Mal abgegeben wurde.

Im Vergleich zu 2014, dem letzten Jahr vor der Abschaffung der Verschreibungspflicht der "Pille danach" haben sich die Abgaben demnach um 70,1 Prozent erhöht. Damals wurde das Mittel 475.000 Mal von Ärzten verordnet. 2017 wurde das Mittel in 76.000 Fällen von Ärzten verschrieben und ansonsten ohne Rezept abgegeben, hieß es weiter. Die Rezeptpflicht wurde zum 15. März 2015 abgeschafft.

Als "Pille danach" wird umgangssprachlich ein hormonell wirksames Präparat zur Schwangerschaftsverhütung bezeichnet. Die Substanzen Levonorgestrel oder Ulipristalacetat verzögern den Eisprung. Damit soll eine Befruchtung der Eizelle verhindert werden. Eine weit darüber hinausgehende Wirkung hat indes die sogenannte Abtreibungspille mit dem Wirkstoff Mifepriston, die während der gesamten Schwangerschaft wirksam ist.

Die katholische Kirche verbietet den Gebrauch von künstlichen Verhütungsmitteln. Im Falle einer Vergewaltigung billigen die deutschen Bischöfe aber die "Pille danach". Die Abtreibungspille hingegen dürfe als medizinisch-pharmazeutische Methode, die den Tod eines Embryos bewirke, auch dann weiterhin nicht angewendet werden, hieß es in einer Erklärung aus dem Jahr 2013. (luk/KNA)