Erzbischof Robert Zollitsch am Mikrofon
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Erzbischof Robert Zollitsch zum Papstrücktritt

Er wird der Kirche fehlen

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat den Schritt des Papstes als große menschliche und religiöse Geste gewürdigt. Er gebe aller Welt ein Beispiel wirklichen Verantwortungsbewusstseins und lebendiger Liebe zur Kirche.

Vatikanstadt - 11.02.2013

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Video: © Nicole Stroth

"Mit Respekt und Bewunderung" sieht Erzbischof Zollitsch auf den Amtsverzicht von Benedikt XVI. "Er gibt ein Beispiel wirklichen Verantwortungsbewusstseins", so der DBK-Vorsitzende

Er werde der Kirche fehlen. Aber zugleich werde viel von ihm bleiben, denn Theologie und Kirche habe Benedikt XVÌ. nachhaltig geprägt, als Brückenbauer, als Hirte seiner Herde, als Wissenschaftler und Lehrer.

Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda, hob hervor, dass der Rücktritt des Papstes Ausdruck von Glaubwürdigkeit sei: "Es ist ein Zeichen von wahrhafter Größe und christlicher Demut, das uns unser Heiliger Vater, Papst Benedikt XVI., dadurch gibt, dass er vor der Welt seine eigene Gebrechlichkeit bekennt." Bischof Karl-Heinz Wiesemann aus Speyer würdigte den heiligen Vater als einen Mann, der in seinem Pontifikat einen großen Beitrag zur Versöhnung von Glaube und Vernunft geleistet habe. Und der Mainzer Kardinal Karl Lehmann legte sich fest: Benedikt XVI. werde "als großer Lehrer des Glaubens in die Geschichte des Papsttums eingehen". In schwieriger Zeit habe er "nach Innen und Außen die Schätze der Heiligen Schrift und der großen kirchlichen Tradition aus fast zwei Jahrtausenden" glaubwürdig, einsichtig und wirkungsvoll ausgelegt.

Bischof Overbeck: Rücktritt setzt er eines der eindrücklichsten Zeichen

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Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat Papst Benedikt XVI. für sein Wirken gedankt. Der Rücktritt zeuge von der Größe der Persönlichkeit des Papstes. Damit setze er eines der eindrücklichsten Zeichen seines Pontifikates: Alle kirchliche Macht ist endlich.

Auch der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck zollte Benedikt XVI. Respekt und Hochachtung: "Es zeugt von der Größe seiner Persönlichkeit, sich ganz zurückzunehmen, wenn es um die Kirche und das Evangelium geht." Papst Benedikt XVI. habe seinem Amt einen unverwechselbaren Stempel aufgedrückt: "Er hat sich sehr um die Vertiefung des Glaubens und des geistlichen Lebens bemüht. Der Dialog mit den verschiedenen Kräften und Strömungen unserer Zeit ist ihm eine Herzensangelegenheit." Darin habe er die Botschaft des II. Vatikanischen Konzils lebendig gehalten. Auch in der Art und Weise seines Abschied setze Benedikt ein Zeichen: "Mit seinem Rücktritt setzt er eines der eindrücklichsten Zeichen seines Pontifikates: Alle kirchliche Macht ist endlich."

Bischof Feige: Nicht erstmalig aber seit Jahrhunderten fast undenkbar

Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann.
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Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann.

Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann hat sich "sehr, sehr überrascht" von der Entscheidung von Papst Benedikt XVI. gezeigt. Seine Rücktrittsankündigung sei ein "mutiger Schritt", erklärte Hofmann am Montag. "Ich kann das nur respektieren." Bei seiner jüngsten Begegnung im September 2012 bei der Aufführung der Augustinus-Oper durch die Würzburger Dommusik in Castel Gandolfo habe er den Papst als sehr wach und präsent erlebt, so der Würzburger Bischof.

Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige beschrieb BenediktXVI. als feinsinnigen und hochintelligenten Theologen. Und gratulierte dem Papst zu einem Schritt der "historisch gesehen nicht erstmalig", jedoch "seit Jahrhunderten fast undenkbar gewesen" sei. "Dank gilt Papst Benedikt besonders dafür, dass er die Leitung unserer Kirche noch in einem Alter übernommen hat, in dem andere schon lange ihren Ruhestand genießen", so Feige weiter

Bischof Hofmann: Ein Zeichen von wahrhaftiger Größe

Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke hat mit Respekt und Bedauern auf den angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt XVI. reagiert. "Das Papstamt erfordert alle Kraft des Körpers und des Geistes, und wenn ein Mann mit 84 Jahren feststellt, dass seine Kräfte nicht mehr ausreichen, dann verdient das alle Hochachtung", sagte Jaschke am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Hamburg. "Es ist ein Zeichen von wahrhaftiger Größe, dass er diese Entscheidung selbst trifft", so Jaschke, der bei dem damaligen Theologieprofessor Joseph Ratzinger studiert hatte.

Als Schüler des Heiligen Vaters bedaure ich seine Entscheidung.

Zitat: Hans-Jochen Jaschke (Hamburger Weihbischof)

"Als Schüler des Heiligen Vaters bedaure ich seine Entscheidung", so Jaschke. "Er ist eine bedeutende Persönlichkeit, hat dem Papstamt Format gegeben, besonders durch seine Geisteskraft und seine theologischen Aussagen." Noch beim jährlichen Treffen des Ratzinger-Schülerkreises im Spätsommer 2012 habe er "gestaunt, wie geistig frisch der Papst ist", sagte Jaschke.

"Er bleibt natürlich Papst, er ist dann Altpapst, Papst emeritus, eine ganz wichtige Person für die Kirche", so der Weihbischof. Benedikt XVI. gebe den Stuhl Petri jetzt für einen jüngeren Nachfolger frei. "Damit leistet er der Kirche einen ganz wichtigen Dienst. Das hat auch Vorbildcharakter."

Wertschätzung für das soziale Engagement

Peter Neher ist der Präsident des Deutschen Caritasverbandes.
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Peter Neher ist der Präsident des Deutschen Caritasverbandes.

Caritas-Präsident Peter Neher zeigte sich ebenfalls tief beeindruckt von dem Rücktritt des Papstes: "Die Wahrhaftigkeit und Größe seiner Person zeigt sich auch in diesem Entschluss, der von einer großen Kraft und seinem starken Glauben geprägt ist." Er betonte überdies die große Bedeutung, die Benedikts Wertschätzung für das soziale Engagement der Kirche für die Mitarbeiter der Caritas hatte.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat den Papstrücktritt "mit großem Respekt" aufgenommen. Er nannte es bewegend, dass der 85-jährige Papst sein Amt abgebe. Es gehöre zum "Maß des Menschlichen", dass Ämter nur auf Zeit wahrgenommen werden und dass man ab einem bestimmten Lebensalter von allen amtlichen Pflichten befreit sei. Es sei ein gutes Zeichen der Zeit, dass Benedikt XVI. mit seinem Rücktritt dieses "Maß des Menschlichen" zum Ausdruck bringe.

Oberrabbiner Jona Metzger: Historische Schritte gegen Antisemitismus

Israels Oberrabbiner Jona Metzger hat den scheidenden Papst Benedikt XVI. für seine interreligiöse Bemühungen gelobt. Die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und Israel sowie dem Großrabbinat seien nie so gut gewesen wie während Benedikts Amtszeit, ließt Metzger am Montag laut der "Jewish Telegraphic Agency" durch einen Sprecher erklären. "Wir hoffen, dass dieser Trend fortdauert", so der Sprecher.

Die Europäische Rabbinerkonferenz sprach von "historischen Schritten" Benedikts XVI. gegen Antisemitismus. Dieser Kampf müsse vom nächsten Papst "innerhalb und außerhalb der Kirche" fortgeführt werden, erklärte der Vorsitzende der Konferenz, Rabbiner Pinchas Goldschmidt, laut israelischen Medien. Es gebe "noch eine Menge schmerzlicher Themen, die durchgearbeitet werden müssen", so Goldschmidt. (mir/mog/KNA)

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