Die größte Kirche Berlins und der höchste Backsteinturm der Welt
Zweiter Teil der Serie "Deutschlands Basiliken"

Die größte Kirche Berlins und der höchste Backsteinturm der Welt

Im zweiten Teil der Serie über Deutschlands Basiliken werden unter anderem zwei besondere Kirchen in Berlin und eine berühmte Abteikirche in der Eifel vorgestellt. Doch auch die anderen Kirchen beeindrucken durch ihre Architektur und ihre Geschichte.

Von Steffen Zimmermann |  Berlin - 03.11.2018

Berlin: St-Johannes-Basilika

Die St. Johannes-Basilika ist die größte katholische Kirche in Berlin.

St. Hedwig am Bebelplatz ist zwar die Kathedrale von Berlin, die größte katholische Kirche der Stadt ist sie aber nicht. Spitzenreiter dieser Kategorie ist mit 1.000 Sitzplätzen die St.-Johannes-Basilika im Stadtteil Kreuzberg. Das in den Jahren 1894 bis 1897 auf Initiative von Kaiser Wilhelm II. im rheinisch-romanischen Stil erbaute Gotteshaus diente ursprünglich als Garnisonkirche für in der Umgebung stationierte Soldaten. Heute wird sie von der großen polnischen Gemeinde in Berlin als Pfarrkirche genutzt, außerdem ist sie die Bischofskirche des katholischen Militärbischofs. In unmittelbarer Nachbarschaft der St.-Johannes-Basilika befindet sich seit 2001 die Apostolische Nuntiatur, die Botschaft des Heiligen Stuhls in Deutschland. Am 3. Dezember 1906 wurde der Kirche von Papst Pius X. (1903-1914) als dritter deutscher Kirche der Titel einer Basilica minor verliehen.

Weitere Informationen: www.johannes-basilika.de

Maria Laach: Abteikirche

Kloster Maria Laach in der Eifel ist eine der bekanntesten Abteien Deutschlands.

Die Abteikirche von Maria Laach.

Die sechstürmige Basilika, eines der schönsten und besterhaltenen romanischen Baudenkmäler Deutschlands, ist das Herzstück der bekannten Klosteranlage von Maria Laach. Der Bau steht in der Tradition der großen rheinischen Kaiserdome in Speyer, Mainz und Worms. Das Äußere verkörpert die Idee der romanischen Gottesburg, die durch das verhältnismäßig kurze Langhaus noch verstärkt wird. Klare und schlichte Linien herrschen bei der Gliederung des Außenbaus vor; als Grundriss stellt es ein Kreuz dar. Beim Betreten der Kirche wird der Blick angezogen von dem großen Mosaikbild im Chorraum in der Ostapsis. Es zeigt Christus, den Welterlöser, der über allem thront und in seiner Linken das aufgeschlagene Buch mit den Worten aus Johannes 14,6 hält. Hier versammeln sich die Mönche zu den festgesetzten Gebetszeiten, um Gott das Lobopfer darzubringen, für den Frieden der Welt und das Heil der Menschen zu bitten.

Weitere Informationen: www.maria-laach.de

Berlin: Rosenkranz-Basilika

Die in märkischer Ziegelbauweise errichtete Rosenkranz-Basilika im Berliner Stadtteil Steglitz.

Die Rosenkranz-Basilika wurde 1899/1900 nach Plänen von Christoph Hehl als repräsentatives Gotteshaus für die Katholiken im Berliner Stadtteil Steglitz erbaut. Da das Gotteshaus den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt überstand, sind die aufwendige Architektur und die Ausstattung original erhalten.Architekt Hehl wählte für die Kirche rötlichen Backstein als Baumaterial und neuromanische Formen. Dabei schuf er eine originelle Kombination zweier Grundtypen des klassischen Kirchenbaus. Während das Äußere der Kirche an historische Kirchenbauten in Norddeutschland erinnert, ist der Innenraum wie ein byzantinischer Zentralbau gestaltet. Die Innenausstattung der Rosenkranz-Basilika beeindruckt durch ihre Vielfalt, ihre stilistische Geschlossenheit und ihr beziehungsreiches Bildprogramm. Die Darstellungen der Wandgemälde und Altarretabel kreisen um Maria und die fünfzehn Geheimnisse des Rosenkranzes. Am 20. Oktober 1950 wurde die Kirche durch Papst Pius XII. zur Basilica minor erhoben.

Weitere Informationen: www.rosenkranz-basilika.de

Steinfeld: Basilika

Blick auf das ehemalige Prämonstratenserkloster Steinfeld in der Eifel.

Erbaut wurde die Basilika zwischen 1142 und 1150 als eine der frühesten deutschen Gewölbekirchen im romanischen Stil. Kunstgeschichtlich ist das Gotteshaus ein Ensemble verschiedener, aufeinander folgender Stile. Insbesondere ist die romanische Architektur mit der vorwiegend barocken Ausstattung harmonisch vereint. Die Kirche, die seit 1960 Basilika minor ist, ist die Ruhestätte des heiligen Hermann Josef von Steinfeld. Wie groß die Beliebtheit des "Eifelheiligen" heute noch ist, zeigen die hohen Besucherzahlen bei den Gottesdiensten und den jährlich gefeierten Hermann-Josef-Dienstagen in Vorbereitung auf das Hermann-Josef-Fest mit der Erhebung der Gebeine, dem Ponifikalamt und der sich anschließenden Reliquienprozession. Weltberühmt ist die Basilika für ihre einzigartige König-Orgel von 1727; Organisten aus aller Welt geben hier Konzerte.

Weitere Informationen: www.kloster-steinfeld.de/basilika

Kempten: Basilika St. Lorenz

Die Basilika St. Lorenz in Kempten im Allgäu.

Mächtig thront die Basilika St. Lorenz im Zentrum von Kempten. Das Gotteshaus war bis zur Säkularisation die Stiftskirche des Fürststifts Kempten, heute dient sie als Pfarrkirche in der Allgäu-Stadt. Die Kirche ist dem heiligen Laurentius von Rom geweiht, Nebenpatronate sind Mariä Himmelfahrt und die beiden Kemptener Schutzpatrone Epimach und Gordian. Noch während des Dreißigjährigen Krieges begann der damals 29-jährige Abt Roman Giel von Gielsberg die Vorbereitungen zum Kirchenbau. Die Kirche wurde einer der ersten großen Kirchenbauten nach dem Dreißigjährigen Krieg in Deutschland. Eine Besonderheit des Gotteshauses war die Teilung in Stifts- und Pfarrkirche. Der Chor unter der Kuppel war dem Konvent vorbehalten, davon mit einem Chorgitter abgetrennt war das Langhaus als Pfarrkirche für das einfache Volk bestimmt. 1969 verlieh Papst Paul VI. der Kirche den Ehrentitel Basilica minor.

Weitere Infomationen: www.stlorenz.de

Amberg: St. Martin

Die Basilika St. Martin im oberpfälzischen Amberg.

Die Amberger Kirche St. Martin wurde ab 1421 durch die Bürger der Stadt im spätgotischen Stil errichtet. Die dreischiffige Hallenkirche ist 72 Meter lang und mehr als 20 Meter breit – damit ist sie nach dem Regensburger Dom das größte Gotteshaus in der Oberpfalz. Wenige Jahrzehnte nach der Fertigstellung wurden im Zuge der Reformation ab 1544 protestantische Gottesdienste in der Kirche abgehalten. 1557 folgte ein reformatorischer Bildersturm, dabei entfernten die Calvinisten die Nebenaltäre und Bildwerke. Nach der Gegenreformation erhielt die Kirche einen neuen barocken Hochaltar mit einem Gemälde von Gaspar de Crayer, einem Schüler von Peter Paul Rubens. Nach Schäden durch Beschuss 1703 im Spanischen Erbfolgekrieg erhielt die Kirche schließlich eine kostbare Barockausstattung. Die heutigen Glasfenster sowie die neugotische Ausstattung stammen von einer Restaurierung Ende des 19. Jahrhunderts. Wegen ihrer Bedeutung für die Region erhob Papst Johannes Paul II. die Pfarrkirche September 1980 zur Basilica minor.

Weitere Informationen: www.amberg-st-martin.de

Landshut: Martinskirche

Blick auf Landshut und die Stadtpfarr- und Kollegiatstiftskirche St. Martin und Kastulus.

Der Bau der Landshuter Martinskirche wurde um 1385 begonnen und unter maßgeblicher Beteiligung des Gotik-Baumeisters Hans von Burghausen bis um das Jahr 1500 fertiggestellt. Mit ihrer außergewöhnlichen, über die Maße vertikalisierten Architektur, in der sich Elemente von Hoch- und Spätgotik verbinden, gehört die Kirche zu den bedeutendsten Monumentalbauten der Gotik in Süddeutschland. Der Turm des Gotteshauses ist mit 130 Metern der höchste Backsteinturm der Welt sowie der höchste Kirchturm Bayerns. Die bedeutendsten Kunstwerke im Innenraum der Kirche sind die Madonna von Hans Leinberger (um 1525) und das monumentale Chorbogenkreuz des Ulmer Meisters Erhard (um 1495). In einem Schrein werden zudem die Gebeine des heiligen Kastulus aufbewahrt. Im Jahr 2001 wurde die Martinskirche zur Basilica minor erhoben.

Weitere Informationen: www.martin-landshut.de

Von Steffen Zimmermann