Weihnachtliche Gewürze.
Katholisch.de stellt typische Gewürze der Advents- und Weihnachtszeit vor

Weihnachtsgewürze

Was wären Kuchen und Plätzchen auf der weihnachtlichen Kaffeetafel ohne Vanille, Zimt oder Anis? Woher kommen die typischen Weihnachtsgewürze eigentlich, und wie werden sie in der Küche eingesetzt?

Von Margret Nußbaum |  Bonn - 06.01.2015

Alte Kulturen schätzten die weihnachtlichen Gewürze nicht zuletzt wegen ihrer Heilwirkung. Sie enthalten nämlich ätherische Öle, von denen manche die Verdauung fördern, andere den Appetit anregen oder die Abwehrkräfte stärken. Mönche und Nonnen studierten die Schriften der Antike und der Araber und pflanzten in ihren Klostergärten allerlei Gewürze an, von deren Heilkraft sie überzeugt waren. Auch die Heilige Hildegard von Bingen hat in einer Schrift über Heilmittel verschiedene Gewürze aufgenommen. Gegen Magenschmerzen verordnete sie Ingwer, gegen Kopfweh Zimt. Zeitgenossen mit Gicht empfahl sie Gewürznelken. Denn ihr Öl wirkt entzündungshemmend und betäubend. Nicht umsonst wurde es früher oft in Zahnarztpraxen verwendet, etwa als Zusatz für Wurzelkanalfüllungen.

Anis

Er wird auch süßer Kümmel genannt und schmeckt fein-süß, ähnlich wie Lakritz. Anis gehört zu den beliebtesten Gewürzen der Weihnachtsbäckerei. Schon die Köche der alten Römer buken Aniskuchen und servierten ihn nach Festgelagen als Abschluss. Die Römer wussten warum. Denn Anis hilft ganz nebenbei beim Verdauen und beim Einschlafen.

Ingwer

Ob Lebkuchen oder Spekulatius: Der fruchtig-scharfe Geschmack des Ingwer darf in diesen Leckereien nicht fehlen. Die getrockneten Knollen werden zu Pulver zermahlen, geschnitten oder kandiert. Eine frische Ingwerknolle hingegen findet oft in asiatischen Gerichten Verwendung. Bereits in der Antike war Ingwer bekannt. Und schon für die Römer war er ein wichtiges Würzmittel für Fleischgerichte. Ingwer fördert die Verdauung und stärkt die Abwehrkräfte. Wer sich in der kalten Jahreszeit vor der Ansteckung mit Erkältungsviren schützen möchte, sollte also öfter mal einen heißen Ingwertee trinken: ein daumengroßes Stück Knolle schälen, in dünne Scheiben schneiden und mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen. Gute zehn Minuten ziehen lassen und den Tee - mit etwas Honig gesüßt - genießen.

Kardamom

Die schilfähnliche Pflanze ist verwandt mit dem Ingwer. Kardamom wird zum Backen von Pfeffer- und Lebkuchen verwendet - aber auch als Gewürz für Weihnachtspunsch. Die Kapseln, von denen die Samen umschlossen werden, schützen das Aroma. Ingwer schmeckt zitronig-fruchtig und wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. In arabischen Ländern gibt er dem Kaffee eine ganz besondere Note. Dies gilt übrigens auch für heiße Schokolade.

Koriander

"Petersilie Asiens" werden seine grünen Blätter genannt. Koriander ist verwandt mit Kümmel, Fenchel und Dill. Gemahlen findet er beim Backen von Printen und Pfeffernüssen Verwendung. Im 17. Jahrhundert war das Gewürz in Frankreich ein wichtiger Bestandteil zum Verfeinern von Likör oder Duftwasser.

Nelken

Gewürznelken passen zu vielem - Spekulatius, Lebkuchen, Früchtebrot, Glühwein und Punsch. Vermutlich stammen sie von der indonesischen Inselkette der Molukken - auch Gewürzinseln genannt. Sie waren bereits in der Antike bekannt. Und vor allem im Mittelalter gehörten die Gewürznelken in die Küche des Adels und reichen Bürgertums. Denn sie waren damals sündhaft teuer.

Zimt ist ein beliebtes Gewürz.

Zimt ist ein beliebtes Gewürz.

Piment

Er riecht wie eine Mischung aus Zimt, Gewürznelken, Muskat und Pfeffer und stammt aus Südamerika, Jamaika und den westindischen Inseln. Die Früchte der Pimentbäume sehen wie bräunlich-rote Beeren aus. Jede Frucht enthält zwei Samen. Piment würzt Honig- und Pfefferkuchen und in der herzhaften winterlichen Küche deftige Eintöpfe.

Safran

"Safran macht den Kuchen gehl", heißt es in einem bekannten Kinderlied. Das Wort "gehl" stammt aus einer alten Form des Mittelhochdeutschen und bedeutet "gelb". Safran färbt den Kuchen durch den intensiven Farbstoff so, dass er während des Backens einen schönen Gelbton erhält. Der Safrankrokus stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum. Er ist eine der ältesten Kulturpflanzen und wird auch "rotes Gold" genannt, da nur die roten Fäden verwendet werden. Weil Safran sehr teuer ist, wird er oft durch Kurkuma ersetzt.

Sternanis

Mit Sternanis wird die sternförmige Frucht des immergrünen Magnolienbaumes bezeichnet. Sie ist allerdings nicht mit dem Anis verwandt. Seinen Namen verdankt der Sternanis seiner Form und der Tatsache, dass seine Frucht dem Anis in Geschmack und Duft ähnelt. Gemahlen würzt er Lebkuchen und Pfeffernüsse, Weihnachtstee oder Glühwein. Ein heißer Tee sieht besonders festlich aus, wenn kleine Sternfrüchte darin schwimmen. Sternanis gilt als Wunderwaffe gegen Husten und Halsentzündungen. Die zerkleinerten Früchte gibt es als fertigen Tee.

Vanille

Wenn Safran der König der Gewürze ist, kann man Vanille mit Fug und Recht als Königin bezeichnen. Zum einen ist sie nicht viel günstiger als Safran. Zum anderen läuft vielen schon beim Gedanken an Vanillepudding oder Vanillekipferl das Wasser im Mund zusammen. Vanille soll die Nerven stärken und sich günstig auf die Nierentätigkeit auswirken. Sowohl die Stange, die mitgekocht werden kann, als auch das Mark dienen zum Würzen von Süßspeisen. Vanillin ist ein künstlich hergestellter Aromastoff. Er wird - gemischt mit Zucker - als Vanillezucker verkauft.

Zimt

Eine gute Nachricht für alle, die gern Zimtsterne naschen: Zimt soll den Blutzucker senken. Darüber hinaus gilt er als wichtiges Weihnachtsgewürz. Er stammt von Sri Lanka, dem früheren Ceylon, und wird aus der getrockneten Rinde der Zimtbäume hergestellt. Es wird vermutet, dass in China bereits vor 5.000 Jahren Zimtbäume wuchsen.

Von Margret Nußbaum