Schachfigur
Thomas Seiterich über "doppelte Solidarität" mit Palästinensern und Israelis

Israel und seine Zukunft

Thomas Seiterich über "doppelte Solidarität" mit Palästinensern und Israelis

Von Thomas Seiterich |  Bonn - 20.04.2018

Thomas Seiterich ist Redakteur der Zeitschrift Publik-Forum.

Israel feiert siebzig Jahre seiner Existenz. Mit vielen guten Gründen: Denn obwohl bereits kurz nach der Staatsgründung 1948 die Kriegserklärungen der arabischen Nachbarstaaten eintrafen, hatte damals wohl niemand die wirtschaftliche, wissenschaftliche, kulturelle und militärische Stärke vorausgesehen, mit der sich Israel heute behauptet und der Welt präsentiert.

Doch neben den großen Erfolgen stehen große Niederlagen. So hat – zumindest derzeit – Israel den friedlichen Kampf um Ausgleich, förderndes Miteinander und wechselseitige Sicherheit mit einem wesentlichen Teil seiner Nachbarn verloren. 1976, als ich in Jerusalem katholische Theologie studierte, war die so genannte Westbank offen. Es gab keine militärisch gesicherte Grenze, keine Mauer. Professoren und Studierende konnten selbstverständlich die Wege und Orte, die in der Hebräischen Bibel, unserem "Alten Testament", beschrieben sind, gemeinsam nachgehen und eingehend studieren.

Seit jenem fernen Jahr sind die Lebensbedingungen der Palästinenser, die unter israelischer Besatzung oder unter Siedler-Bedrängung leben müssen, immer schlechter geworden. Israel hat sich von Krieg zu Krieg stets moderner eingemauert, ohne im letzten zuverlässigen Schutz gegen feindliche Raketen und Attentäter zu finden.

Was tun? Uns Christen bleibt die aktive "doppelte Solidarität", von der die internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi seit langem spricht. Solidarität mit den friedensorientierten Palästinensern, und unter ihnen zuvorderst mit den Christen und ihren Gemeinden in Palästina. Und auf israelischer Seite die aktive Solidarität mit jüdischen Friedenskräften wie zum Beispiel den "Rabbis for Peace" samt ihren muslimischen und christlichen Verbündeten innerhalb der israelischen Gesellschaft.

Von Thomas Seiterich

Der Autor

Thomas Seiterich ist Redakteur der Zeitschrift "Publik-Forum".

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von katholisch.de wider.