Anwerbeversuche von Islamisten unter Flüchtlingen
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Verfassungsschutz hat bislang mehr als 340 Fälle erfasst

Anwerbeversuche von Islamisten unter Flüchtlingen

Flüchtlinge - Radikale Islamisten versuchen immer wieder, unter Flüchtlingen Mitstreiter anzuwerben. Mehr als 340 Fälle seien bislang bekannt geworden, so der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz Hans Georg Maaßen.

Berlin - 14.08.2016

"Aber das sind nur die, von denen wir erfahren haben. Vermutlich gibt es mehr Fälle." Maaßen sagte, der Verfassungsschutz habe Betreiber von Flüchtlingsheimen bereits für das Problem sensibilisiert und ihnen Informationen an die Hand gegeben. "Es bereitet uns Sorge, wenn Salafisten und andere Islamisten Werbung in den Asylunterkünften machen." (dpa)

Stichwort: Islamistenszene in Deutschland

Der Verfassungsschutz rechnet mehr als 43.000 Menschen zur islamistischen Szene in Deutschland. Diese ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen - vor allem durch den starken Zulauf bei der Gruppe der Salafisten, einer besonders konservativen Strömung innerhalb des Islam. Rund 8.650 Leute werden inzwischen der Salafisten-Szene zugerechnet. Die Sicherheitsbehörden stufen viele Islamisten als gefährlich ein. Etwa 1.100 Menschen in Deutschland werden dem "islamistisch-terroristischen" Spektrum zugeordnet. Darunter sind fast 500 sogenannte Gefährder - also Menschen, denen die Polizei grundsätzlich zutraut, dass sie einen Terrorakt begehen könnten. Die Zahl ist so hoch wie nie zuvor. Zum Teil sind auch Rückkehrer aus Dschihad-Gebieten darunter. Mehr als 800 radikale Islamisten aus Deutschland sind bislang in das Kampfgebiet nach Syrien und in den Irak ausgereist. Viele haben sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen. Ein Drittel der Ausgereisten ist inzwischen wieder in Deutschland. Bei etwa 70 von ihnen ist bekannt, dass sie Kampferfahrungen gesammelt haben. (dpa)