Bischof Mario Melanio Medina Salinas weißt Spekulationen zurück

Bischof lehnt Kandidatur für Präsidentschaft ab

Aktualisiert am 23.08.2016  –  Lesedauer: 
Insignien des Bischofs
Bild: © KNA
Paraguay

Asuncion ‐ Ein Bischof als neuer Präsident von Paraguay? Bischof Mario Melanio Medina Salinas hat Gerüchte um eine Kandidatur nun zurückgewiesen. Für seine Absage an eine politische Karriere hat er gute Gründe.

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Der katholische Bischof Mario Melanio Medina Salinas hat Spekulationen über eine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2018 in Paraguay eine Absage erteilt. "Ich habe nicht das Geld dafür, und im Wahljahr werde ich 79 Jahre alt sein", sagte Medina der Tageszeitung "ABC". Er sei nun seit 35 Jahren Bischof und schließe eine parteipolitische Karriere aus. Medina leitet seit 1999 das Bistum San Juan Bautista de las Misiones. Zuletzt war spekuliert worden, dass der populäre Bischof in die Politik wechselt.

In Paraguay gelangte schon einmal ein ehemaliger Bischof ins Präsidentenamt: Fernando Lugo (65) regierte von 2008 bis 2012, ehe er vom Parlament abgesetzt wurde. Vor seiner Wahl hatte der Bischof von San Pedro (1994-2005) seine Rückversetzung in den Laienstand beantragt. Später wurden frühere Frauenaffären und Vaterschaften bekannt. Wenige Wochen vor seinem erzwungenen Rücktritt erkannte Lugo die Vaterschaft eines Kindes an. Seine Amtsenthebung ist bis heute umstritten; Lugo selbst nennt sie einen Staatsstreich.

Katholische Kleriker dürfen politische Ämter laut Kirchenrecht grundsätzlich nicht ausüben. Im Kodex des Kanonischen Rechts heißt es dazu: "Öffentliche Ämter anzunehmen, die eine Teilhabe an der Ausübung weltlicher Gewalt mit sich bringen, ist den Klerikern verboten" (c. 285 §3) (kim/KNA)

23.08., 12:34 Uhr: Ergänzt um des kirchenrechtliche Politik-Verbot für Kleriker

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