Proteste in Mexiko-Stadt gegen Vorhaben von Präsident Pena Nieto

Zehntausende demonstrieren gegen "Homo-Ehe" in Mexiko

Aktualisiert am 25.09.2016  –  Lesedauer: 
Bild: © KNA
Zentralamerika

Bonn ‐ In einigen Teilen Mexikos ist die Ehe gleichgeschlechtlicher Partner bereits erlaubt. Nun soll sie landesweit eingeführt werden. Das gefällt vielen in dem katholisch geprägten Land nicht.

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Über zehntausend Menschen haben am Samstag in Mexiko gegen die geplante Erlaubnis der Heirat homosexueller Paare demonstriert. Wie das Internetportal Cruxnow berichtet, stellen sich die Demonstranten damit gegen Präsident Enrique Pena Nieto. Es soll der größte Protestmarsch der letzten Jahre in Mexiko gewesen sein. Geistliche sprachen von einem "Zwang Homosexuelle zu verheiraten". Demonstranten hätten außerdem Schilder mit der Aufschrift: "Ein adoptiertes Kind braucht Mutter und Vater!" hochgehalten.

Vorschlag zur "Homo-Ehe" kam vom Präsidenten

Die Gegendemonstranten, einige hundert Befürworter gleichgeschlechtlicher Ehen, sähen sich zwar in der Unterzahl. Dennoch könne man ihnen nicht einfach das Recht zu heiraten absprechen, so ein Homosexuellen-Aktivist.

Der Vorschlag, die Ehe gleichgeschlechtlicher Partner landesweit zu erlauben, kam im Mai von Präsident Pena Nieto. In Mexiko, einem Land mit über 80 Prozent Katholiken, ist das bisher nur in Mexiko Stadt und wenigen anderen Gegenden erlaubt. Als Nietos Partei im Juni bei Vorwahlen viele Stimmen verlor, wurde dieses Thema zurückgestellt. (jch)

Linktipp: Bischöfe fordern Dialog über "Homo-Ehe"

Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto setzt sich für eine landesweite Einführung der "Homo-Ehe" ein. Die katholische Kirche in Mexiko sieht das kritisch - und fordert einen konstruktiven Dialog.