Maltesisches Boot soll an Leid der Migranten erinnern

Petersplatz-Krippe mit Flüchtlingsboot

Aktualisiert am 09.11.2016  –  Lesedauer: 
Petersdom, im Vordergrund Krippe und Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz
Bild: © KNA
Vatikan

Vatikanstadt ‐ Dieses Jahr wird die große Krippe auf dem Petersplatz anders aussehen: Ein maltesisches Fischerboot soll an das Leid der Flüchtlinge erinnern. Das erinnert an eine Aktion eines deutschen Erzbistums.

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Die diesjährige Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz soll an das Flüchtlingselend erinnern. Wie der Vatikan am Mittwoch mitteilte, ist ein typisch maltesisches Fischerboot in die szenische Darstellung der Geburt Christi integriert. Es stehe auch für die zahlreichen Migranten, die in solchen "von den Launen des Schicksals abhängigen Booten" Italien erreichen wollen, so die vatikanische Staatsverwaltung. Die 17 Meter lange und 8 Meter hohe Krippe mit Pappmache-Figuren ist ein Geschenk des Erzbistums und der Regierung Maltas.

Das Erzbistum Köln hatte an Fronleichnam mit einem ähnlichen Zeichen für internationale Aufmerksamkeit gesorgt: An einem sieben Meter langen Flüchtlingsboot aus Malta, das als Altar diente, feierte Kardinal Rainer Maria Woelki die Fronleichnamsmesse vor dem Kölner Dom. "Wer Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, lässt Gott ertrinken - jeden Tag, tausendfach", sagte Woelki in seiner Predigt.

Weihnachtsbaum aus Trient

Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz kommt in diesem Jahr aus der Autonomen Provinz Trient in Norditalien. Im Vorjahr stand eine Tanne aus der Oberpfalz auf dem Platz. Erleuchtet wird die 25 Meter hohe Fichte von 18.000 kleinen LED-Lampen. Die Christbaumkugeln gestalten Kinder in italienischen Krankenhäusern. Am 9. Dezember sollen Baum und Krippe offiziell auf dem Petersplatz übergeben werden. (luk/KNA)