Vier angezündete Grabkerzen stehen am 27.11.2012 in Titisee-Neustadt (Baden-Württemberg) vor einer Behindertenwerkstatt. 14 Menschen sind bei einem Brand in der Einrichtung am 26.11.2012 ums Leben gekommen.
Titisee-Neustadt gedenkt Brandunglück in Caritas-Werkstätte vor einem Jahr

"Nicht in Trauer versinken"

Katastrophe - Am Jahrestag des Brandunglücks von Titisee-Neustadt haben Überlebende und Angehörige der Toten gedacht. Bei der Gasexplosion in einer Caritas-Werkstätte waren am 26. November 2012 dreizehn Menschen mit Behinderung und eine Betreuerin ums Leben gekommen. Auf Wunsch der Überlebenden wurde das Jahrgedenken still und nur unter den unmittelbar Betroffenen mit einem ökumenischen Gottesdienst im Neustädter Münster begangen.

Titisee-Neustadt - 26.11.2013

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Caritas Freiburg-Stadt, Erich Wittner, sagte, das Unglück mache noch immer fassungslos. Zugleich bestehe die christliche Hoffnung, dass der Tod nicht das Ende sei. "Diese Zuversicht möchte ich auch Ihnen, liebe Angehörige und Freunde der Verstorbenen zusprechen. In allem bedrückenden Leid und der Trauer, die gerade in diesen Tagen besonders aufbrechen, bitte ich Sie, nicht in der Trauer zu versinken", so der ehemalige Freiburger Münsterpfarrer.

Wittner dankte den Caritas-Betreuern, die trotz ihrer Erlebnisse immer für die ihnen anvertrauten Menschen dagewesen seien. Auch die Rettungskräfte hätten Großartiges geleistet. Zudem hätten die Betroffenen aus der gesamten Region große Solidarität und Hilfe erfahren. Für die Opfer des Unglücks und deren Angehörige kamen bislang rund 320.000 Euro an Spenden zusammen.

Ermittlungen dauern an

Überdies plant die Caritas, die Gebäude wiederzueröffnen. Voraussichtlich Ende März 2014 gehe die Werkstatt für rund 120 Behinderte in Betrieb, sagte ein Caritas-Sprecher in Freiburg der Nachrichtenagentur dpa. Bis dahin werden die vom Feuer zerstörten Räume renoviert und umgebaut. Seit dem Brand am 26. November vergangenen Jahres sind die Menschen in einem Ersatzgebäude im nahe gelegenen Löffingen untergebracht.

Parallel läuft das Ermittlungsverfahren. Die Staatsanwaltschaft Freiburg hofft, es in den nächsten Wochen abschließen zu können. Dann soll entschieden werden, ob Anklage erhoben wird. Ein Bedienungsfehler des mit Gas betriebenen Ofens, der in der Werkstatt zum Heizen aufgestellt und explodiert war, gilt bislang als Ursache.

"Es ist eine sehr komplexe und schwierige Prüfung", sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier. Der technische Zustand der Einrichtung und ihrer Anlagen werde ebenso unter die Lupe genommen wie die Vorschriften und das Verhalten von Mitarbeitern und Besuchern. Ermittelt werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, Körperverletzung und Brandstiftung. (meu/dpa/KNA)