Die Ninive-Ebene nach der Befreiung vom IS

Das Kreuz ist zurück

Aktualisiert am 05.12.2016  –  Lesedauer: 
Irak

Bonn ‐ Zerstörte Kirchen, geschändete Gräber: Nach der IS-Besatzung liegt die Heimat der Christen im Nordirak in Trümmern. Doch sie lassen sich nicht entmutigen - und senden ein Zeichen an die Terrormiliz.

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Nach dem Ende der Besatzung durch den IS bietet sich den wiederkehrenden Christen in der nordirakischen Ninive-Ebene ein Bild der Zerstörung. Wie ein Video des arabischen Nachrichten-Senders Al-Jazeera aus einem Ort nahe Mossul zeigt, hinterließ die Terrormiliz zerstörte Kirchen und geschändete Grabstätten. Vor dem beschmierten Grab seines Vaters steht ein erschütterter Mann: "Das macht mich sehr traurig. Keine Religion erlaubt das. Der Islamische Staat respektiert noch nicht einmal die Toten", sagt er in die Kamera. Nach Angaben des Fernsehsenders hat der IS in der Ebene, in der die Christen seit fast 2000 Jahren leben, tausende Andachtsorte vernichtet.

"Wir glauben noch an Jesus Christus"

Doch es gibt auch Hoffnungszeichen: So wurde Ende November in einer Kirche erstmals wieder ein Gottesdienst gefeiert, die Glocken geläutet – und dem Gotteshaus wieder ein Kreuz aufgesetzt. Dieses Symbol wertete der zuständige Pfarrer als Botschaft an den IS: "Wir glauben immer noch an Jesus Christ, wir glauben immer noch an das Kreuz", sagt Vater Afram. (gho)

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Linktipp: Kirche im Nordirak wiedereröffnet

Unter der Herrschaft des IS schwiegen die Glocken der Mar-Korkeis-Kirche im Nordirak. Jetzt wurde das Gotteshaus symbolisch wiedereröffnet. Doch bis die Gläubigen zurückkehren können, wird es noch dauern.