Indische Regierung will sich um Freilassung bemühen

Neues Video: Entführter Priester fleht um Hilfe

Aktualisiert am 27.12.2016  –  Lesedauer: 
Terror

Bonn ‐ Ein neues Video des von Terroristen entführten indischen Priesters ist aufgetaucht. Darin wendet sich der katholische Geistliche mit einem Hilferuf an alle Christen - und den Papst persönlich.

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Nachdem ein neues Video des im März von Terroristen im Jemen verschleppten indischen Priesters aufgetaucht ist, hat die indische Regierung versichert, sich um dessen Freilassung zu bemühen. In dem Video hatte der katholische Priester unter anderem Papst Franziskus um Hilfe gebeten. Er beklagte zudem seinen schlechten Gesundheitszustand und dass zu wenig für seine Befreiung unternommen werde.

Der Ordenspriester Tom Uzhunnalil war am 4. März bei einem Angriff auf ein katholisches Seniorenheim in der jemenitischen Provinzhauptstadt Aden wahrscheinlich von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verschleppt worden. Bei dem Überfall wurden 16 Menschen getötet, unter ihnen vier Schwestern des Ordens "Missionarinnen der Nächstenliebe".

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Das nun veröffentlichte Video wurde von einem lokalen Fernsehsender im indischen Bundesstaat Kerala verbreitet. Der Sender gab jedoch an, die Echtheit des Videos oder den Aufnahmezeitpunkt nicht bestätigen zu können. In dem Video ist der Priester mit Bart und langen Haaren vor einem Stoffvorhang zu sehen. Er sagt, dass seine Entführer mehrere Versuche unternommen hätten, mit der indischen Regierung Kontakt aufzunehmen. "In Medienberichten hieß es, dass alles getan werde, um mich schnellstens frei zubekommen. Aber in Wirklichkeit scheint nichts passiert zu sein." Darüber sei er traurig und bedrückt, sein Gesundheitszustand werde immer schlechter.

"Wenn ich ein europäischer Priester wäre, hätten mich die Machthaber und die Menschen ernster genommen und mich befreit. Aber weil ich Inder bin, werde ich vielleicht als weniger wert angesehen", so der Ordensmann. Er bitte alle Christen, Bischöfe und Priester in Indien, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um ihn zu befreien und sein Leben zu retten. Seine Bitte richtet er auch direkt an Papst Franziskus: "Als ein Vater sorge dich bitte um mein Leben."

Schwierige Umstände im Jemen

Laut dem katholischen US-Nachrichtenportal "Cruxnow" veröffentlichte das indische Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten als Reaktion auf das Video eine Pressemitteilung, in der es heiße, die Bemühungen um die Freilassung des Priesters seien schon seit einiger Zeit im Gange. Man müsse die Umstände im Jemen berücksichtigen, wo gekämpft werde und es keine zentrale Befehlsgewalt gebe. Die indische Außenministerin äußerte sich am Dienstag in einer Serie von Tweets zur Kritik des Priesters: "Er ist ein indischer Staatsbürger. Das Leben jedes Inders ist für uns von höchstem Wert. Wir werden keine Mühen scheuen, um Pater Toms Freilassung sicherzustellen."

Das zuständige Apostolische Vikariat Südliches Arabien gab am Montag eine Mitteilung heraus, in der es hieß, die Kirche habe unzählige Versuche unternommen, um die Freilassung des Priesters sicherzustellen. Zu der Authentizität des Videos könne man jedoch nichts sagen. "Auch wenn wir keine Informationen über den derzeitigen Verbleib von Pater Tom haben, haben wir überzeugende Anhaltspunkte, zu glauben, dass er noch lebt." (jhe/dpa)