Almosenamt verteilt Schlafsäcke

Vatikan lässt Obdachlose in Autos übernachten

Aktualisiert am 08.01.2017  –  Lesedauer: 
Italien

Rom ‐ Der Vatikan greift auf unkonventionelle Mittel zurück, um Obdachlose vor dem Erfrieren zu retten. Für jene, die nicht in einer Unterkunft schlafen wollen, werden Autos bereitgestellt.

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Der Vatikan greift auf unkonventionelle Mittel zurück, um Obdachlose vor dem Erfrieren zu retten. Für jene auf der Straße, die nicht in einer Unterkunft übernachten wollten, würden Autos als Schlafgelegenheit bereitgestellt, sagte der päpstliche Almosenverwalter Erzbischof Konrad Krajewski laut italienischen Medienberichten vom Samstag. "Das Auto kann man natürlich nicht nachts an lassen, weil es gefährlich ist, aber als Schutzraum ist es immerhin etwas." Das Almosenamt verteile in Rom zusätzlich spezielle Bergsteiger-Schlafsäcke, die für Temperaturen bis zu minus zwanzig Grad ausgelegt seien, so Krajewski. Die beiden vatikanischen Schlafstätten für Obdachlose seien jetzt ganztägig geöffnet.

Kältewelle in Süd- und Mittelitalien

Vor allem die Mitte und der Süden Italiens sind von einer Kältewelle heimgesucht worden. Mehrere Menschen starben, darunter vor allem Obdachlose. In Medien war von acht Kältetoten die Rede, offiziell bestätigt wurde die Zahl jedoch am Samstag nicht. In Rom sanken die Temperaturen auf bis zu minus fünf Grad, Opfer gab es hier bislang nicht. Franziskus ist bekannt für sein Engagement für Obdachlose, schon öfter ließ er in Rom Schlafsäcke verteilen. (jml/dpa/KNA)

Linktipp: Ambulanz für Obdachlose eröffnet am Petersplatz

Papst Franziskus hat am Petersplatz eine medizinische Ambulanz für Obdachlose einrichten lassen. Sie liegt neben den bereits im vergangenen Jahr geschaffenen Duschmöglichkeiten. Die Station soll am Montag eröffnet werden.