Bode: Verantwortung der Kirchen für den Glauben
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Kirchen sollen freiheitlichen Charakter von Religion betonen

Bode: Verantwortung der Kirchen für den Glauben

Bischof Franz-Josef Bode appellierte an die Kirchen, ihre Verantwortung für den Glauben und die Welt hervorzuheben. Angesichts des Terrors gelte es, den freiheitlichen Charakter von Religion zu betonen.

Osnabrück - 08.01.2017

Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode hat an die Kirchen appelliert, im Jahr des Reformationsgedenkens die gemeinsame Verantwortung für den Glauben und die Welt in den Mittelpunkt zu stellen. In einer immer säkularer werdenden Gesellschaft dürfe der interreligiöse Dialog keine Nebensache mehr sein, sagte er beim Neujahrsempfang am Sonntag in Osnabrück. Bode rief dazu auf, Nationalismus und Populismus etwa bei der Frage der Integration von Flüchtlingen eine Absage zu erteilen.

Zudem müssten die Kirchen angesichts der Bedrohung durch den Terrorismus verhindern, dass Religion nur noch mit Hass und Gewalt in Verbindung gebracht werde. Es gelte, ihren von Zusammenhalt, Freiheit und Toleranz geprägten Charakter deutlich werden zu lassen. Eine Chance dafür sei das Weltfriedenstreffen im September in Osnabrück und Münster, zu dem führende Repräsentanten von Kirchen und Religionen sowie Tausende Teilnehmer erwartet würden. "Je mehr Religion durch Gewalt missbraucht wird, desto mehr müssen wir das Friedenspotenzial betonen", sagte der Bischof vor rund 200 Gästen aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Kultur.

20. Amtsjubiläums von Generalvikar Theo Paul

Der Neujahrempfang stand zudem im Zeichen des 20. Amtsjubiläums von Generalvikar Theo Paul. Bode dankte ihm für die Jahre in Treue und Freundschaft. Paul bringe die Kompetenzen des Verwaltungsfachmanns und des Seelsorgers ein. Er lobte vor allem den Ideenreichtum, mit dem Paul Probleme angehe und Lösungen suche, sowie seine unnachahmliche Art, wie er "die Ideen so einbringt, als seien sie unsere oder sogar von mir".

Schon zuvor beim Gottesdienst im Dom hatte Bode in einer emotionalen Predigt seinen Generalvikar als das gewürdigt, was sein Name bedeute: "als Geschenk Gottes". Paul gehe in seiner Arbeit für die Kirche und das Bistum bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Paul, 1953 in Bad Laer geboren, studierte nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann Theologie in Frankfurt und Münster und wurde 1981 zum Priester geweiht. Er war unter anderem Pfarrer in Lemförde, Frauenseelsorger, Leiter der Abteilung Erwachsenenpastoral im Generalvikariat und Geistlicher Beirat der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Am 1. Januar 1997 berief ihn Bode ins Amt des Generalvikars. (KNA)

Linktipp: Ein Tag mit Bischof Bode

Schon um 5:15 Uhr klingelt bei Franz-Josef Bode der Wecker. Kein Wunder, denn der Bischof von Osnabrück hat einen vollen Terminkalender. Einen Tag lang - von früh bis spät - hat katholisch.de ihn begleitet.