Ein Rückblick auf die katholische Woche von Felix Neumann

Fußnote 351, jeder macht seins

Aktualisiert am 21.01.2017  –  Lesedauer: 
War's das?

Bonn ‐ Ein Rückblick auf die katholische Woche von Felix Neumann

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Freitag, 12 Uhr mittags, Ortszeit: In Rom und Washington geht es um die neuen Commanders in Chief. Breaking News: Die Diözese Kerema in Papua-Neuguinea hat einen neuen Bischof! Herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen, Pater Pedro Baquero! Der andere Commander in Chief vom anderen Ende der Welt ist keine Breaking News, Gottes Segen kann er trotzdem gut gebrauchen. Und den hat Donald Trump auch gleich mehrfach von Geistlichen verschiedener Konfessionen und Religionen erhalten. Für die Katholiken trug dieses Kreuz Kardinal Timothy Dolan, der eine Passage aus dem Buch der Weisheit vorgetragen hat: "Er soll die Welt in Heiligkeit und Gerechtigkeit leiten und Gericht halten in rechter Gesinnung." Es möge helfen.

Schon vielen geholfen haben Merkreime  – das ist aus der Geschichtswissenschaft bekannt: 333, bei Issos Keilerei, 753, Rom schlüpft aus dem Ei. Ein Muster, das jetzt auch Theologiestudenten beim Lernen hilft. Denn in der Theologie gilt neuerdings: Fußnote 351, jeder macht seins. In Argentinien ist in Sachen Kommunionsempfang ziemlich viel erlaubt, in Malta noch mehr, im amerikanischen Ex-Anglikaner-Ordinariat dafür nicht. In dubia pro multis: Cuius regio, eius religio wird zum Grundsatz der innerkatholischen Ökumene – ob das auch der Befriedung dient, ist noch nicht abzusehen. Immerhin: Die US-Jesuiten geben Entwarnung – für ein Schisma reicht's noch nicht.

Bei so viel Konflikt innerhalb der Kirche, von Malta bis Maltesern, kann man sich nicht auch noch nach außen verkämpfen. In der Ökumene mit den Protestanten fährt der Vatikan eine Charmeoffensive: Kardinal Koch reicht die Hand zur Versöhnung, Papst Franziskus empfängt demnächst die EKD-Spitze im Vatikan, in Lund würdigt er Luther als Reformer, der es eigentlich gut gemeint hat  – und das "Amt für Philatelie und Numismatik" ehrt den vormaligen Erzketzer gar mit einer eigenen Briefmarke! Ob Luther darüber so glücklich wäre, dass er nun zu den Spitzenprodukten der vatikanischen Exportwirtschaft gehört? Halb so wild – so lange man mit der Briefmarke keinen Ablassbrief frankiert.

Nicht nur durch Glauben, sondern auch durch Werke wollte McDonald‘s seine neue Filiale in vatikanischen Immobilien rechtfertigen. Jede Woche 1.000 Burger für Obdachlose, war in den Zeitungen zu lesen! Doch die Speisung der Vielen erfuhr beim Nachrecherchieren eine wundersame Brotverminderung. Nach dem tausendsten Burger (immerhin doppelt, mit Käse und dazu Apfelschnitzen) ist Schluss mit barmherzig – und statt McDonald‘s muss weiterhin Sant'Egidio ran.

Zum Schluss noch eine Warnung: Wer päpstliche Gebetsaufrufe nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte päpstliche Gebetsaufrufe sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Medienkompetenztraining nicht unter zwei Jahren bestraft!

Von Felix Neumann