Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte.
Präsidentensprecher: Kirche hat keinen Bezug zur Realität

Bischöfe verurteilen Dutertes Drogenkrieg

Philippinen - Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte lässt Drogendealer töten - und sein Volk feiert ihn dafür. Die Bischöfe stellen sich gegen Duterte: Es dürfe keine "Herrschaft des Terrors" geben.

Manila - 05.02.2017

Die Bischöfe der Philippinen haben zum Widerstand gegen den "Drogenkrieg" von Präsident Rodrigo Duterte aufgerufen. "Wenn wir dem Töten von mutmaßlichen Drogenabhängigen zustimmen oder dies zulassen, sind wir mitverantwortlich für ihren Tod", heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten Hirtenbrief der Bischofskonferenz. Darin werfen die Bischöfe Duterte vor, eine "Herrschaft des Terrors unter den Armen" zu schaffen.

Unter Duterte bislang mehr als 7.600 Menschen getötet

Präsidentensprecher Ernesto Abella wies den Vorwurf energisch zurück. Die Bischöfe hätten den "Bezug zur Realität verloren", sagte er laut philippinischen Medienberichten. Die Kirche solle sich mehr Mühe geben, "durch die Stärkung der Moral zu einer Herrschaft des Friedens beizutragen".

Seit Dutertes Amtsantritt Ende Juni wurden bereits mehr als 7.600 Menschen im "Drogenkrieg" getötet. Die Bischöfe hatten sich schon mehrfach kritisch dazu geäußert. Allerdings genießt Duterte nicht zuletzt wegen seines kompromisslosen Kampfes gegen die Drogen hohe Zustimmungsraten in der Bevölkerung. (KNA)

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