Eine weiße Rose.
Musiker starb durch assistierten Suizid

Kirche betet für DJ Fabo

Der italienische Musiker Antoniani starb in der Schweiz durch assistierten Suizid. Die Kirche sieht darin eine Niederlage für die Gesellschaft - und setzt jetzt doch ein Zeichen.

Mailand - 10.03.2017

Der italienische Musiker Fabiano Antoniani alias DJ Fabo, der mit Hilfe einer Sterbehilfeorganisation in der Schweiz seinem Leben ein Ende setzte, erhält einen Gottesdienst in seiner Heimatstadt Mailand. Am Freitagabend findet in der Pfarrei Sant'Ildefonso ein Gebet für den 39-Jährigen statt, der nach einem Autounfall 2014 vollständig gelähmt und erblindet war und in Italien vergeblich um einen assistierten Suizid gekämpft hatte.

Keine kirchliche Beisetzungsfeier

Das Erzbistum Mailand erklärte, der Gemeindepfarrer komme damit einer Bitte der Mutter Antonianis nach, gemeinsam für ihren Sohn zu beten. Es handele sich nicht um eine kirchliche Beisetzungsfeier. Das Urteil der Kirche über Sterbehilfe und das Lebensende bleibe unverändert, betonte Bistumssprecher Davide Milani. Mit dem Gebetsgottesdienst bekundeten Christen "ihre Nähe zu dieser Mutter und allen, die - ohne Instrumentalisierungen - Fabo geliebt haben", so Milani.

Antoniani hatte Politiker und zuletzt Staatspräsident Giorgio Mattarella vergeblich gebeten, mit Hilfe einer anderen Person sein Leben in Italien beenden zu dürfen. Ende Februar ließ er sich von seiner Mutter, seiner Verlobten sowie dem Sterbehilfe-Aktivisten und Politiker Marco Cappato (Italienische Radikale) in die Schweiz begleiten. Dort starb er nach Einnahme eines Medikamentencocktails am 27. Februar.

Die katholische Kirche lehnt aktive Sterbehilfe wie auch assistierten Suizid ab. Auch nach italienischem Recht ist Beihilfe zur Selbsttötung verboten und wird mit bis zu zwölf Jahren Haft geahndet. Laut italienischen Medien reisen jährlich rund 50 Italiener in die Schweiz, um die dort legale Möglichkeit eines assistieren Suizids zu nutzen. Der Fall Antoniani weckte in Italien Erinnerungen an Piergiorgio Welby (1945-2006), dessen Kampf um ein Recht auf Sterbehilfe eine breite Debatte in der Öffentlichkeit ausgelöst hatte.

Paglia: Eine Niederlage für die Gesellschaft

Der Leiter der Päpstlichen Akademie für das Leben, Bischof Vincenzo Paglia, kommentierte den Tod Antonianis vergangene Woche mit den Worten, sein Suizid sei eine Niederlage auch für eine Gesellschaft, die keine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens unter Leiden geben könne. Hinter Entscheidungen wie der Antonianis stehe auch ein "Individualismus, der andere Menschen vor allem in den schwierigsten Momenten alleine lässt", sagte Paglia dem Sender Radio Vatikan. (KNA)

Linktipp: Vatikan kritisiert Suizidbeihilfe für Italiener

Die italienische Regierung hatte einem DJ den attestierten Suizid verboten. Sie konnten ihn nicht hindern. Im Ausland bekam er Beihilfe zur