Kirchenvertreter rufen Kongress zur Ablehnung auf

Kirchen protestieren gegen Trumps Sparpläne

Aktualisiert am 17.03.2017  –  Lesedauer: 
Kirchen protestieren gegen Trumps Sparpläne
Bild: © KNA
USA

Washington ‐ Donald Trumps Haushaltsentwurf stößt nicht nur bei der politischen Opposition auf Kritik. Gegen den Vorschlag des US-Präsidenten machen zahlreiche Kirchenvertreter mobil. Darunter auch ein Kardinal.

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Führende Repräsentanten christlicher Verbände und Kirchenvertreter haben den Kongress aufgefordert, die Kürzungen im ersten Präsidentenhaushalt nicht umzusetzen. Zu den Unterzeichnern des Protestbriefs gehören der New Yorker Kardinal Timothy Dolan und Reverend Samuel Rodriguez, Präsident der evangelikalen National Hispanic Christian Leadership Conference. Beide Kirchenmänner hatten bei der Amtseinführung Donald Trumps Gebete gesprochen.

Den christlichen Führern geht es vor allem um die Beibehaltung von Auslandhilfen und die Unterstützung von Bedürftigen weltweit. Trumps Budgetvorschlag für das kommende Jahr sieht allein im Außenministerium Kürzungen um knapp ein Drittel vor. Davon betroffen sind unter anderen Mittel der US-Agentur für internationale Entwicklung.

Kirchen: Kürzungen gefährden Religionsfreiheit

Insgesamt haben mehr als 100 christliche Führer den Brief an die Kongressabgeordnete beider Häuser unterzeichnet. Sie drängen in dem Schreiben darauf, internationale Hilfsprogramme zu unterstützen und zu schützen und Kürzungen zu vermeiden. Das derzeitige Niveau der Auslandshilfe, das ein Prozent des Gesamtbudgets ausmache, habe viele Menschen unter anderen vor Ebola- oder HIV-Infektion schützen können. Auch sei durch die bisherige Finanzierung die Religionsfreiheit von Millionen Menschen gesichert worden.

Andere prominente Unterzeichner sind der Präsident der "National Association of Evangelicals" Leith Anderson, die christlichen Sänger Amy Grant und Michael W. Smith und der Präsident des jüdischen Hilfswerks AJWS, Robert Bank. Letzter forderte die Mitglieder des US-Kongresses nachdrücklich auf, "diesem Budget zu widersprechen". Trump hatte seinen Budget-Vorschlag damit begründet, dass es an der Zeit sei, die Sicherheit und das Wohlergehen der Amerikaner zu priorisieren. Der Rest der Welt müsse in Zukunft für Leistungen der Vereinigten Staaten zahlen. (KNA)

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Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat warnt vor einer perfiden und destruktiven Politik Donald Trumps. Durch ihn werde Lateinamerika vom Handelspartner wieder zum Hinterhof degradiert. (Artikel von Februar 2017)