Hand hält urnenartige Spendendose, eine andere Hand steckt Münzen hinein.
50.000 Pfund aus Gemeindebesitz veruntreut

Verliebter Priester erhält Bewährungsstrafe

Ein katholischer Geistlicher aus dem nordenglischen Chester le Street hat 50.000 Pfund aus dem Besitz seiner Gemeinde veruntreut. Das Geld gab er aber nicht für sich selbst aus.

London - 08.04.2017

Geben ist seliger denn Nehmen" - ein britischer Priester hat das Bibelzitat auf seine eigene Art interpretiert: Ein Gericht verurteilte den 69-jährigen John Reid zu einer Bewährungsstrafe, weil der katholische Geistliche für Geschenke an seine Haushälterin und deren zwei Töchter 50.000 Pfund (Tageswert knapp 59.000 Euro) aus Gemeindebesitz veruntreut hatte. Vor Gericht gab Reid an, er habe sich in die Angestellte verliebt und die drei Frauen als seine Ersatzfamilie betrachtet, wie britische Zeitungen (Samstag) berichteten.

Das Geld aus dem Besitz der Gemeinde im nordenglischen Chester le Street habe er für Urlaube, teure Geschenke und Restaurantbesuche ausgegeben. Aus einer privaten Erbschaft bezahlte er den Angaben zufolge den Töchtern der Hausangestellten zwei Wohnungen und ein Auto.

Um den rund vier Jahre währenden Betrug zu vertuschen, stellte der Priester den Berichten zufolge Schecks für angeblich notwendige Haushaltsaufwendungen an sich selbst aus. Eine Untersuchung durch das Bistum Newcastle brachte Reids Verstöße schließlich ans Licht. Das Gericht verurteilte ihn zu 18 Monaten Gefängnis auf Bewährung. Das veruntreute Geld muss er an die Gemeinde zurückzahlen. (KNA)