Vatikan ruft Christen und Buddhisten zu Frieden auf
Anlass ist das buddhistische Vesakh-Fest

Vatikan ruft Christen und Buddhisten zu Frieden auf

Religionen - Im Mai feiern die Buddhisten das Vesakh-Fest, das an den Religionsstifter Buddha Siddhartha Gautama erinnert. Der Vatikan ruft aus diesem Anlass zum gemeinsamen Eintreten gegen religiöse Gewalt auf.

Vatikanstadt - 22.04.2017

Der Vatikan hat Buddhisten weltweit zum gemeinsamen Eintreten gegen religiös motivierte Gewalt aufgerufen. "Jesus und Buddha sind Förderer der Gewaltfreiheit und Friedensstifter gewesen", heißt es in einer am Samstag veröffentlichten vatikanischen Botschaft anlässlich des buddhistischen Vesakh-Festes. Beide Religionen müssten ihre jeweiligen Anhänger lehren, "den Teufel in ihren Herzen zu bekämpfen".

Vor allem Kinder müssten dazu erzogen werden, mit allen Menschen und ihrer Umwelt in Frieden zu leben und diese zu lieben, schreibt der Präsident des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran. Sie müssten lernen, dass es keinen Frieden ohne Gerechtigkeit gebe, und keine Gerechtigkeit ohne Vergebung. Religionen müssten "dringend eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit fördern".

Vesakh-Fest erinnert an Gründer Buddha Siddhartha Gautama

Das Vesakh-Fest erinnert an Geburt, Erleuchtung und Verlöschung des Religionsstifters Buddha Siddhartha Gautama. In diesem Jahr fällt es in den meisten Ländern auf den 10. Mai. Der Vatikan veröffentlicht dazu traditionelle eine Botschaft an die Buddhisten.

"Während viele Gläubige sich tatsächlich für Frieden einsetzen, instrumentalisieren andere die Religion, um Taten der Gewalt und des Hasses zu rechtfertigen", beklagt der französische Kurienkardinal Tauran. Die weltweite Zusammenarbeit zwischen den Religionen werde zwar immer enger, "doch gleichzeitig erleben wir auch eine Politisierung der Religion". Diese Entwicklung verlange von den Religionen "ein Zurückweisen von Gewalt in allen Erscheinungsformen". (KNA)