Papst besucht römische Pfarrei

Franziskus stand auf dem Bolzplatz immer im Tor

Aktualisiert am 22.05.2017  –  Lesedauer: 
Italien

Bonn/Rom ‐ Bei einem Pfarreibesuch hat Franziskus über die Rolle von Kindern in der Gesellschaft gesprochen. Auch beim Spiel auf dem Bolzplatz könnten sie Gutes tun. Auch wenn der Papst selbst dort wenig Erfolg hatte.

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In der Fußballerkarriere von Papst Franziskus hat es nie zum Stürmerstat gereicht. Er sei nie ein guter Spieler gewesen, sagte der in Argentinien geborene Papst am Sonntag einem elfjährigen Jungen beim Besuch der Gemeinde San Pier Damiani in Acilia. "Als ich in deinem Alter war, habe ich Fußball gespielt, aber ich war nie sehr gut im Fußballspielen", sagte Franziskus der Nachrichtenagentur Ansa zufolge. In seinem Heimatland würden schlechte Fußballer "pata dura" (dt. etwa "steife Beine") genannt, erklärte Franziskus. "Ich war ein 'pata dura' und deshalb war ich normalerweise der Torwart, damit ich mich nicht bewegen musste."

Der 80-jährige Pontifex ist für seine Liebe zum Fußball bekannt. Franziskus ist Fan des Clubs Atletico San Lorenzo de Almagro aus Buenos Aires. In einem Interview 2015 sagte der Papst, er sehe sich zwar nie Spiele im Fernsehen an, lasse sich aber von der Schweizer Garde auf dem Laufenden halten.

Leidenschaft für den Fußball: Papst Franziskus ist seit Langem Fan und Mitglied des Vereins San Lorenzo de Almagro.
Bild: © picture alliance / AP Photo

Leidenschaft für den Fußball: Papst Franziskus ist seit Langem Fan und Mitglied des Vereins San Lorenzo de Almagro.

Bei seinem Pfarreibesuch im Süden Roms sprach Franziskus über die gesellschaftliche Rolle von Kindern. Sie hätten demnach die Fähigkeit, die Welt zu verbessern. Durch Gebete sowie Respekt für alle Menschen könnten sie helfen, die Welt zu retten, sagte der Papst. Auch das Erledigen der Hausaufgaben und fröhliches Spielen seien eine gute Sache.

Menschen suchen in der Kirche Frieden und Respekt

In seiner Predigt mahnte er Gläubige zudem, keine innerkirchlichen Machtkämpfe zu führen. Stattdessen rief er dazu auf, die Sprache der "Zärtlichkeit und des Respekts" zu sprechen. "Es ist sehr hässlich, Leute zu sehen, die sich Christen nennen, aber voller Bitterkeit sind", so Franziskus. Die Menschen suchten in der Kirche Frieden, Respekt und Zärtlichkeit, oft fänden sie dort jedoch schlechtes Reden übereinander und Konkurrenzkämpfe. Dadurch schade die Kirche sich selbst: "So sagt man sich, wenn Christen so sind, bleibe ich lieber Heide."

In der am Stadtrand gelegenen Pfarrei San Pier Damiani hatte der Papst am Nachmittag Fragen von Kindern und Jugendlichen beantwortet und einigen Gemeindemitgliedern die Beichte abgenommen. Am Abend feierte er dort eine Messe. Es war der 15. Besuch in einer Pfarrei seines Bistums. Die Pfarrkirche wurde 1962 erbaut und trägt das Patrozinium des Benediktinermönchs und Bischofs Petrus Damiani (1006-1072). 1972 besuchte Papst Paul VI. (1963-1978) die Pfarrei anlässlich des 900. Todestags des Heiligen; 1988 stattete Papst Johannes Paul II. (1978-2005) der Pfarrei einen Besuch ab. (kim/dpa/KNA)

Linktipp: Der Capitano aus dem Vatikan

Im Sommer 2016 fand in Frankreich die Fußball-Europameisterschaft statt. Auch der Argentinier Papst Franziskus wird diese verfolgt haben. Obwohl er selbst kein guter Kicker war. (Artikel von Juni 2016)