Konflikt um Bischof: Papst antwortet Priestern
Bild: © KNA
Ende des Ultimatums für Loyalitätserklärungen gegenüber Papst und Bischof

Konflikt um Bischof: Papst antwortet Priestern

Nigeria - Seit 2012 schwelt der Konflikt um den Bischof der Diözese Ahiara in Nigeria. Der Papst forderte die Priester des Bistums zur Loyalität auf – nach Ende seines Ultimatums wendet er sich nun erneut an sie.

Bonn/Ahiara - 24.07.2017

Papst Franziskus antwortet einzeln auf die Loyalitätserklärungen von Priestern, die er im Konflikt um den Bischof der Diözese verlangt hatte. Hintergrund war eine breite Protestbewegung unter Gläubigen und Priestern der nigerianischen Diözese Ahiara gegen den 2012 ernannten Bischof Peter Ebere Okpaleke. Der Bischof stammt nicht aus dem Bistum und gehört einer anderen Volksgruppe an als die Mehrheitsbevölkerung an. Papst Franziskus hatte Anfang Juni die protestierenden Priester vor die Wahl gestellt, binnen 30 Tagen ihm gegenüber ihre Loyalität zu bekunden oder suspendiert zu werden. Dieses Ultimatum ist am 9. Juli ausgelaufen.

Das Onlinemagazin "Crux" berichtet nun, dass erste Priester eine persönliche Antwort aus dem Vatikan erhalten hätten. Die Briefe an die Priester werden über die Nuntiatur zugestellt und wurden unterzeichnet von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und dem Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Kardinal Fernando Filoni. Über ihren Inhalt ist noch nichts bekannt, bisher wurde keiner veröffentlicht. Ein Priester sagen gegenüber "Crux", der Inhalt seiner auf Mitte Juli datierten Antwort sei sehr persönlich.

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"Der Papst hat versprochen, zurückzuschreiben, und das tut er jetzt auch", zitiert "Crux" Kardinal John Onaiyekan, den Erzbischof von Abuja. Onaiyekan war von 2013 bis 2014 auch Apostolischer Administrator von Ahiara. "Ich hoffe, dass meine Brüder den Bischof anerkennen werden. Ich warte und bete in der Hoffnung, dass diese lange Krise bald zu Ende sein wird", so Onaiyekan.

Seit 2012 Konflikte um Bischof

Die vom Papst geforderten Loyalitätserklärungen hätten nach Informationen von "Crux" zwar viele Priester verfasst, teilweise jedoch mit Vorbehalten und der Ankündigung, weiterhin auf einen neuen Bischof zu hoffen. Papst Franziskus hatte ein Schreiben verlangt, das "deutlich den völligen Gehorsam gegenüber dem Papst" ausdrückt. Wer sich dem rechtmäßigen Bischof Okpaleke widersetze, wolle "die Kirche zerstören". Dem gegenüber könne der Papst nicht gleichgültig bleiben.

Bischof Okpaleke gehört zur Ethnie der Igbo, die Mehrheit seiner südnigerianischen Diözese stammt aus dem Volk der Mbaise. Medienberichten zufolge sei Okpaleke auf Betreiben von Kurienkardinal Francis Arinze ernannt worden, der ebenso zu den Igbo gehört. Aufgrund von Protesten wurde Okpaleke 2012 im Nachbarbistum Owerri zum Bischof geweiht und konnte zunächst nicht von seiner Kathedrale in Ahiara Besitz ergreifen. Jüngst eskalierte der Konflikt weiter: Anfang Juli demonstrierten 3.000 Gläubige vor der Kathedrale des Bistums. (fxn)