ZdK-Präsident pocht auf Loyalität zum Papst

Sternberg: Haltung von Orden "unbegreiflich"

Aktualisiert am 17.08.2017  –  Lesedauer: 
Sternberg: Haltung von Orden "unbegreiflich"
Bild: © KNA
Lebensschutz

In die Debatte um Sterbehilfe in belgischen Ordenseinrichtungen hat sich nun auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken eingeschaltet. Präsident Thomas Sternberg pocht auf Loyalität zum Papst.

  • Teilen:

In der Debatte um Suizidbeihilfe in belgischen Ordenseinrichtungen hat sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zu Wort gemeldet. Es müsse darum gehen, "die Unterschiede zwischen einer menschenwürdigen Sterbebegleitung und einer aktiven, gegen die Menschenwürde verstoßenden Sterbehilfe bewusst zu machen", sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg am Donnerstag in Bonn. Die aktive Sterbehilfe, wie sie in Belgien praktiziert werde, "ist und bleibt mit der katholischen Lehre nicht vereinbar".

Franziskus: Sterbehilfe unterlassen

Der belgische Zweig des Ordens Brüder der Nächstenliebe hatte im Mai angekündigt, er werde den Ärzten seiner 15 Einrichtungen aktive Sterbehilfe bei psychiatrischen Patienten erlauben. Das gelte jedoch nur für Fälle, in denen es "keine vernünftige alternative Behandlung" gebe, so die damalige Ordenserklärung aus Belgien.

In der vergangenen Woche hatte Papst Franziskus den Orden aufgefordert, Angebote von Sterbehilfe zu unterlassen. Bis Ende August müssten die Brüder des Ordens ihrer römischen Ordenszentrale schriftlich versichern, dass sie die katholische Lehre voll unterstützen, wonach menschliches Leben "immer respektiert und absolut geschützt werden muss, vom Moment der Empfängnis bis zum natürlichen Ende".

Am Dienstag hatte der frühere belgische Ministerpräsident und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, der im Aufsichtsrat des Ordens sitzt, in einer Antwort an einen Kirchenrechtler getwittert: "Die Zeiten von 'Roma locuta, causa finita' sind lange vorbei". Diese Anspielung auf das sprichwörtliche Machtwort des Papstes kritisierte Sternberg: "Van Rompuys Statement irritiert in seiner Missachtung des christlichen Menschenbildes und in seiner mangelnden Begriffspräzisierung."

Haltung des Ordens "unbegreiflich"

Dass ein katholischer Orden es sich auch auf päpstliche Weisung hin nicht verbieten lassen wolle, aktive Sterbehilfe auszuüben, sei ihm "unbegreiflich", so Sternberg. Die regionale Hospiz- und Palliativversorgung, die "allen Patienten einen sicheren und gleichen Zugang zu den Strukturen der jeweiligen Formen der Begleitung" ermöglichen solle, müsse systematisch weiterentwickelt werden, fordert der ZdK-Präsident. (gho/KNA)

Linktipp: Sterbehilfe: Früherer EU-Ratspräsident kritisiert Papst

Kürzlich untersagte Papst Franziskus einem belgischen Orden, Sterbehilfe in seinen Kliniken anzubieten. Vom Orden gibt es zwar noch keine Antwort. Aber dafür hat sich Herman Van Rompuy zu Wort gemeldet.