Papst: Rückwärtsgewandtheit ist nichts für Christen
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Franziskus sendet Botschaft an Familientreffen und betet Angelus in Rom

Papst: Rückwärtsgewandtheit ist nichts für Christen

Vatikan - Papst Franziskus hat die Gläubigen davor gewarnt, realitätsfern und nostalgisch die Vergangenheit zu verklären. Gleichzeitig müsse die Kirche "reich an Erinnerung" sein.

Vatikanstadt - 20.08.2017

Papst Franziskus hat Christen vor Realitätsferne gewarnt. Christen pflegten keine nostalgische Rückwärtsgewandtheit, so Franziskus am Sonntag in einer Botschaft an ein Katholikentreffen im italienischen Rimini. "Wir haben keine Räume zu verteidigen, weil die Liebe Christi keine unüberwindbaren Grenzen kennt", hieß es in einer Botschaft von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Namen des Papstes.

Eine "Kirche reich an Erinnerung"

Die Gegenwart sei günstig für eine Kirche im Aufbruch. Es müsse jedoch zugleich eine "Kirche reich an Erinnerung" sein. Wenn die Gesellschaft ihre Vergangenheit wie eine "nutzlose Bürde" ablege, habe dies schwerwiegende Konsequenzen. Nur mit dem Blick auf "das Wahre, Schöne und Gute, das unsere Väter uns hinterlassen haben", könne man den gegenwärtigen Epochenwechsel als Chance leben.

Wir haben keine Räume zu verteidigen, weil die Liebe Christi keine unüberwindbaren Grenzen kennt.

Zitat: Papst Franziskus

Beim Angelus-Gebet in Rom betete Franziskus am Sonntag zudem für die Opfer der jüngsten Terroranschläge von Burkina Faso, Spanien und Finnland. Zunächst verharrte  er gemeinsam mit den Gläubigen auf dem Petersplatz in Stille, um dann laut das Gebet "Gegrüßet seist Du Maria" vorzubeten. "Bitten wir den Herrn, den Gott des Erbarmens und des Friedens, dass er die Welt von dieser unmenschlichen Gewalt befreie", sagte der Papst.

"Spektakuläres Beispiel für den Glauben"

Zuvor hatte er das Tagesevangelium ausgelegt (Mt 15, 21-28). Darin bittet eine Frau Jesus, ihre Tochter von einem Dämon zu befreien. Diese Bitte ignoriert Jesus zunächst, erst das mehrmalige weitere Rufen der Frau erweicht ihn. Dazu sagte Franziskus, das Evangelium zeige den außerordentlichen Glauben der Frau und sei damit ein "spektakuläres Beispiel" für den Glauben. Daran sollten sich die Christen ein Vorbild nehmen.  Gott verlasse die Menschen nie verlasse, auch wenn es zunächst anders aussehe. Die Gläubigen dürften nur das Vertrauen nicht verlieren. Das gelte gerade auch in Krisensituationen und Zeiten des Zweifels. (gho/KNA)