Tweet von Eduard Habsburg
Bild: © katholisch.de
Eduard Habsburg macht Vorschläge zur #Twettiquette unter Katholiken

Katholische Twitter-Tipps vom Vatikan-Botschafter

Social Media - Frieden ist sein Geschäft – und auch auf Twitter kennt sich der ungarische Vatikan-Botschafter aus. Für Katholiken, die sich online streiten, hat Eduard Habsburg deshalb jetzt zwölf Gebote vorgelegt.

Von Felix Neumann (Übersetzung) |  Bonn/Rom - 20.09.2017

Als Botschafter Ungarns beim Heiligen Stuhl kennt sich Eduard Habsburg mit Diplomatie aus. Angesichts harter Auseinandersetzungen in den sozialen Medien gerade unter Katholiken hat er nun zwölf Vorschläge für eine "#Twettiquette", eine Etikette für Twitter, gesammelt. "Jeden Morgen wache ich auf und sehe neue 'katholische Schlachten'", beginnt er seine Tweet-Reihe: "Botschafter versuchen, Frieden zu vermitteln. Hier sind also einige Vorschläge dafür." Ein Twitter-User erinnert hoffnungsvoll an die Familiengeschichte des Urururenkels von Kaiser Franz Joseph und Sisi: "Die Habsburger haben den westfälischen Frieden vermittelt – können sie das auch für Twitter schaffen?"

1. Eins in Christus

"So sehr Amoris Laetitia, persönliche Angriffe und Fragen der Doktrin dich ärgern: Ihr seid Teil desselben Leibes Christi."

2. Deeskalation

"Wenn dein katholischer 'Gegner' etwas twittert, mit dem du übereinstimmst: Klick' auf 'Gefällt mir' oder retweete es!"

3. Eins im Gebet

"Betest du für den katholischen Twitterer, mit dem du dich täglich streitest? Ihr teilt denselben einen Glauben (der Liebe)."

4. Auch die andere Seite hören

"Thomas von Aquin hat die gegnerische Sicht immer ernsthaft erwogen, bevor er seine Position dargelegt hat. Streite über Argumente, nicht persönlich."

5. Nimm das beste vom anderen an

"Geh nicht davon aus, dass dein 'katholischer Gegner' unfair kämpft. Er könnte dasselbe von dir denken."

6. Seht, wie sie einander lieben

"Unterschiedliche Meinungen zu katholischen Positionen sind möglich, aber hässliche Streitereien senden eine jämmerliche Botschaft an Außenstehende."

7. Beten statt scharf schießen

"Bevor du eine geharnischte Antwort an einen 'katholischen Gegner' schreibst, bete für ihn. Das kann mehr bringen als ein Tweet."

8. Wer hat sich als dein Nächster erwiesen?

"Die Vorschläge der katholischen #Twettiquette gelten NICHT nur für deinen 'Gegner', sondern – Überraschung! – auch für dich."

9. Und fang bei mir an ...

"Du willst, das möglichst viele Menschen Gott kennen und lieben lernen? Dein katholisches Verhalten auf Twitter trägt dazu etwas bei."

10. Dialog statt Dialogverweigerung

"Bevor du einen Gegner einfach ausblendest, schlage vor, zukünftig höflich zu bleiben. Suche den Dialog. Und 'blocke' nicht."

11. Ich aber sage euch:

"Vergiss nicht, was dieser Jesus gesagt hat: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch auf Twitter verfolgen."

12. Siebenundsiebzigmal

"Denk dran, was ein gewisser Petrus gesagt hat: Wie oft soll ich meinen Gegner auf Twitter nicht blocken? Siebenmal? Und Jesus sagte zu ihm siebenundsiebzigmal."

Von Felix Neumann (Übersetzung)

Linktipp: Jesus passt perfekt ins Twitter-Format

Hätte Jesus getwittert? Das kann natürlich niemand sagen. Aber mit seiner Botschaft wäre er in dem Sozialen Netzwerk wohl gut angekommen, erklärt Ungarns Vatikanbotschafter Eduard Habsburg im Interview. (Interview von März 2017)