Maltas Erzbischof Scicluna: Der Angst nicht erliegen

Erzbischof betet für ermordete Journalistin

Aktualisiert am 24.10.2017  –  Lesedauer: 
Malta

Valletta ‐ Der Mord an einer maltesischen Journalistin erschüttert den Inselstaat. Nun hat Erzbischof Charles Scicluna eine Messe für das Opfer gebetet. Ausgerechnet ein Regierungsvertreter nahm nicht daran teil.

  • Teilen:

Eine Woche nach dem Mordanschlag auf eine regierungskritische Journalistin hat Erzbischof Charles Scicluna an die Einwohner des Inselstaats Malta appelliert, nicht der Angst zu erliegen. "Wir müssen aufeinander aufpassen. Menschen können nicht zulassen, dass die Angst sie beherrscht", sagte der Geistliche am Montag bei einer Messe in einer Kapelle in Bidnija, wenige Hundert Meter von dem Ort, an dem die Bloggerin Daphne Caruana Galizia am Montag vergangener Woche mit einem Sprengsatz getötet worden war. Wer hinter der Tat steckt, ist immer noch unklar. Die Regierung in Valletta hat eine Belohnung von einer Million Euro für die Aufklärung ausgesetzt.

Premierminister Joseph Muscat nahm nicht an dem Gottesdienst teil. Caruana Galizia hatte ihn scharf kritisiert. Sie deckte unter anderem einen Skandal um die sogenannten Panama Papers auf. Dabei beschuldigte sie auch Mitarbeiter von Muscat, Übersee-Briefkastenfirmen zu betreiben. Anwesend waren bei dem Gottesdienst der "Times of Malta" zufolge aber ehemalige ranghohe Politiker wie Ex-Präsident Edward Fenech Adami und der frühere Premierminister Lawrence Gonzi sowie die Vorsitzende der italienischen Anti-Mafia-Kommission im Parlament, Rosy Bindi. (dpa)