Auch Hamburg erklärt 31. Oktober zum Feiertag
Reaktionen aus den Kirchen gemischt

Auch Hamburg erklärt 31. Oktober zum Feiertag

Feiertage - Schon 2018 soll ein zusätzlicher Tag für Hamburger arbeitsfrei sein: Wie Schleswig-Holstein hat nun auch die Hansestadt den Reformationstag zum Feiertag erklärt. Ein Kirchenmann zeigt sich darüber nicht erfreut.

Hamburg - 28.02.2018

Nach Schleswig-Holstein hat nun auch Hamburg den 31. Oktober zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Der "Tag der Reformation" soll in der Hansestadt schon in diesem Jahr arbeitsfrei sein. 66 von 121 Bürgerschaftsabgeordneten sprachen sich am Mittwoch für einen entsprechenden Gruppenantrag aus, der von der CDU-Fraktion sowie von Abgeordneten von SPD und Grünen eingebracht worden war.

Bewusst wählten die Unterzeichner für den neuen Feiertag die Bezeichnung "Tag der Reformation", um ihn von dem starken religiösen Bezug zu lösen, wie SPD-Fraktionschef Andreas Dressel erklärte. "Die Reformation ist keine kirchliche, sondern eine gesamtgesellschaftliche." Die Hamburger Bürger sollen daher zukünftig am 31. Oktober freien Eintritt in alle städtischen Museen bekommen. Der Tag könne aber auch Impulse für einen guten und friedlichen interreligiösen Dialog geben, so Dressel.

Verschiedene Abgeordnete äußerten Kritik an der Wahl des Datums und verurteilten vor allem die antisemitische Haltung des Reformators Martin Luther, die der Tag ihrer Auffassung nach in den Vordergrund rückt. Ihre Gegenanträge für den Weltfrauentag am 8. März, den Tag des Grundgesetzes am 23. Mai und den Tag der Befreiung am 8. Mai wurden allerdings abgelehnt.

Reaktionen aus den Kirchen gemischt

Die evangelische Nordkirche begrüßte die Entscheidung der Bürgerschaft. "Sie würdigt die große Bedeutung der Reformation für Hamburg, welche die Kirche, aber auch das Sozial- und Bildungswesen nachhaltig verändert hat", sagte Bischöfin Kirsten Fehrs. Der katholische Erzbischof Stefan Heße zeigte sich dagegen wenig begeistert. Er habe sich eine breitere politische und gesellschaftliche Debatte gewünscht, sagte er. Heße hatte bereits im Vorfeld der Entscheidung eingewandt, dass der 31. Oktober die Spaltung der Christen vor allem in Deutschland markiere. Scharfe Kritik kam auch von jüdischen Gemeinden, die auf Luthers antisemitische Haltung verwiesen.

Hauptgrund für die Initiative ist das Ungleichgewicht bei der Anzahl der Feiertage zwischen Nord- und Süddeutschland. Hamburg, Niedersachsen und Bremen gehören mit bislang nur neun gesetzlichen Feiertagen im Jahr bundesweit zu den Schlusslichtern. Spitzenreiter Bayern hat 13 Feiertage. Auch Niedersachsen und Bremen wollen noch in diesem Jahr einen weiteren Feiertag einführen. (KNA)