Sonntga, 6. Januar 2013: Bischof Gänswein nach seiner Weihen mit Bischofsstab und Mitra.
Bild: © KNA
Kurienerzbischof predigt im Freiburger Münster

Gänswein: Gottes Liebe macht unsterblich

Mariä Himmelfahrt - Nach den Worten von Kurienerzbischof Georg Gänswein ist der Himmel nach christlichem Verständnis "nicht irgendein Ort über den Sternen", sondern die Tatsache, dass "Gott Platz hat für den Menschen". In Gottes Liebe gründe sich die Ewigkeit des Menschen, sagte Gänswein in seiner Predigt zu Mariä Himmelfahrt am Donnerstag im Freiburger Münster.

Freiburg - 15.08.2013

Menschen lebten nach ihrem Tod nicht nur in der Erinnerung ihren Verwandten und Freunde weiter, sondern ebenso in der Liebe Gottes, sagte der Präfekt des Päpstlichen Hauses. "Seine Liebe macht uns unsterblich – und das ist, was wir Himmel nennen."

Wer dies verstanden habe, dem erschließe sich das Geheimnis von Mariä Himmelfahrt, also der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel, so Gänswein weiter. Es gehe nicht darum, dass "ein paar Knochen oder Blutkörperchen irgendwo für immer verwahrt werden". Das katholische Hochfest bedeute, dass Gott "den ganzen Menschen kennt und liebt."

Glaube mehr als nur Seelenheil

Nach Aussage von Gänswein verheißt der Glaube nicht "bloß irgendein Seelenheil in irgendeinem Jenseits." Ebenso verheiße er die Ewigkeit dessen, was auf Erden geschah.

1950 hatte Papst Pius XII. die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel zum Dogma erklärt. Dass dies erst nach vielen Jahrhunderten Kirchengeschichte zum verbindlichen Lehrsatz erklärt wurde, spreche nicht gegen den Wahrheitsgehalt, der schon immer gegolten habe, sagte der Kurienerzbischof. Obgleich die Menschen erst vor gut 100 Jahren die Technik des Fliegens entdeckt hätten, seien die physikalischen Voraussetzungen dafür ja schon immer gegeben gewesen.

Schon viele Jahre in Rom

Georg Gänswein (57), Priester der Erzdiözese Freiburg, steht dem emeritierten Papst Benedikt XVI. seit 2003 als Privatsekretär zur Seite. In vatikanischen Diensten steht er bereits seit 1995, zunächst in der Gottesdienst- dann in der Glaubenskongregation. Vor seiner Berufung nach Rom war Gänswein einige Monate persönlicher Referent des damaligen Freiburger Erzbischofs Oskar Saier.

Wenige Wochen vor seinem Rücktritt weihte Benedikt XVI. Gänswein im Januar zum Bischof . Zuvor hatte der deutsche Papst seinen engen Vertrauten zusätzlich zum Präfekten des Päpstlichen Hauses, eine Art Büroleiter und Haushaltsvorsteher, ernannt. (meu/luk)