Ein Katholik wird Beauftragter für Religionsfreiheit
CDU-Politiker Grübel ist vielfältig in der Kirche engagiert

Ein Katholik wird Beauftragter für Religionsfreiheit

Politik - In ihrem Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD darauf verständigt, das Amt eines Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit zu schaffen. Jetzt ist klar, wer die Aufgabe übernimmt.

Berlin - 22.03.2018

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Markus Grübel soll nach Berichten verschiedener Medien Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit werden. Der 58-jährige Abgeordnete, der in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium war, wäre der erste Politiker in diesem neu geschaffenen Amt.

Grübel ist seit 2002 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Esslingen Mitglied des Bundestags. Zuvor war er unter anderem als Referent im sächsischen Justizministerium und als Notar in Baden-Württemberg tätig. Im kirchlichen Raum engagierte sich Grübel in der Vergangenheit als Vorsitzender der unabhängigen Kommission sexueller Missbrauch im Bistum Rottenburg-Stuttgart; dort war er auch Mitglied im Diözesancaritasrat. Bis 2012 gehörte Grübel zudem dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) an. Laut den Angaben auf seiner Internetseite ist er außerdem Mitglied der Kolpingsfamilie Esslingen und als Lektor und Kommunionhelfer tätig.

Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, in der neuen Legislaturperiode erstmals den Posten eines Beauftragten für weltweite Religionsfreiheit zu schaffen. Der Beauftragte, der beim Entwicklungshilfeministerium angesiedelt ist, soll federführend den Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit erstellen. Dieser war im Jahr 2016 zum bislang einzigen Mal vorgelegt worden und soll in Zukunft alle zwei Jahre und mit einem systematischen Länderansatz fortgeschrieben werden. Religionsfreiheit sei "ein zentrales Menschenrecht, das weltweit zunehmend eingeschränkt oder komplett infrage gestellt wird", so die Koalitionspartner. (stz)

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Union und SPD haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Im abschließenden Entwurf geht es auch um Religionsfreiheit und der Rolle der Kirchen in Deutschland. Katholisch.de gibt einen Überblick. (Artikel von Februar 2018)