Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU)
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Weitere Debatte um Seehofer-Aussagen zum Islam

Müller: Radikaler Islam gehört nicht zu Deutschland

Gesellschaft - In der Debatte um die Aussagen von Horst Seehofer zum Islam in Deutschland hat sich nun auch Entwicklungsminister Gerd Müller zu Wort gemeldet – und Forderungen an die muslimischen Verbände formuliert.

Berlin/Passau - 03.04.2018

Im Streit um seine Äußerung, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, hat Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer Unterstützung von seinem Partei- und Ministerkollegen Gerd Müller erhalten. In einem Interview der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag) betonte der Entwicklungsminister: "Die Religionen leben in Deutschland im Großen und Ganzen sehr friedlich miteinander. Der radikale Islam, der auf die Scharia baut und unsere Rechtsordnung leugnet, gehört deswegen auch nicht zu Deutschland."

Müller, der auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist, forderte die Muslime und ihre Verbände auf, sich von radikalen Strömungen abzugrenzen. "Und wir brauchen einen stärkeren Dialog unter den Religionen auf allen Ebenen", fügte er hinzu. "Muslime, Juden, Christen, Hinduisten und Buddhisten verbindet ein Weltethos gemeinsamer Werte."

Heftige Kritik an Seehofer von FDP und Grünen

Seehofers Aussage, die er Mitte März in der "Bild"-Zeitung geäußert hatte, sorgt weiter für heftige Kritik. FDP-Fraktionschef Christian Lindner sagte dem "Spiegel": "Wir werden Herrn Seehofer nicht an angezettelten Debatten messen, sondern an einem besseren Management von Einwanderung, Abschiebung und Integration." Nach den ersten 100 Tagen der neuen Regierung wolle er deren Taten, nicht ihre Worte bewerten.

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck forderte die CSU auf, damit aufzuhören, "Wahlkampf aus den Ministerien zu führen". Der "Rheinischen Post" (Dienstag) sagte er: "Horst Seehofer hat seine Rolle noch nicht gefunden." Habeck weiter: "Als Innenminister ist er jetzt Wahrer von Recht, Freiheit und der deutschen Verfassung. Und in dieser ist die Religionsfreiheit festgeschrieben. Aussagen, die das relativieren sind unnötig, ja sogar gefährlich." (stz/dpa/KNA)