Nackt-Skandal an Lourdes-Grotte - Strafverfahren!
Performance-Künstlerin entblößt sich an Wallfahrtsort

Nackt-Skandal an Lourdes-Grotte - Strafverfahren!

Lourdes ist ein Ort der Ruhe und Besinnung, doch am Freitag sorgte eine junge Frau an der Erscheinungsgrotte für helle Aufregung unter den Pilgern: Sie zeigte sich so, wie Gott sie schuf.

Lourdes - 04.09.2018

Da werden manche Pilger sicher zweimal hingesehen haben: In Lourdes hat sich eine Performance-Künstlerin öffentlich entblößt. So wie Gott sie schuf, zeigte sich Deborah de Robertis in der Erscheinungsgrotte, berichtete die Zeitung "Luxemburger Wort" am Dienstag. Die provokante Aktion fand bereits am Freitag während einer eucharistischen Prozession statt. Sofort waren Helfer zur Stelle und legten der nur mit einem blauen Kopftuch bekleideten Luxemburgerin eine Decke um. Die 34-Jährige verharrte jedoch weiterhin in Gebetshaltung mit gefalteten Händen und weigerte sich, die Grotte zu verlassen. Sie musste weggetragen werden.

Künstlerin hatte sich auch vor Mona Lisa entblößt

Die Polizei nahm de Robertis einige Stunden in Gewahrsam. Der zuständige Staatsanwalt, Pierre Aurignac, kündigte die Eröffnung eines Strafverfahrens im Mai kommenden Jahres an. Die Leitung des Heiligtums von Lourdes hatte Klage eingereicht. "Wir verurteilen diesen Exhibitionismus", heißt es in einer Pressemitteilung aus Lourdes zu dem Vorfall. Man fordere "Respekt für die Heiligkeit unserer Gebetsorte in Übereinstimmung mit dem Recht auf freie Religionsausübung". Die Verantwortlichen entschuldigten sich bei "den anwesenden Pilgern und besonders bei den Familien mit Kindern".

De Robertis veröffentlichte auf ihrem Instagram-Kanal ein Foto von ihrer provokanten Aktion. Sie kommentierte es mit einer Anspielung auf das Lukasevangelium: "'Der Ursprung des Lebens'. Selig der Schoß, der dich getragen hat. Selig das Geschlecht, das dich geboren hat. Selig die Brust, die dich gestillt hat. (Lk 11,27)" Die Luxemburgerin ist bekannt für ihr Entblößen vor Kunstwerken. Bereits im September des vergangenen Jahres hatte sie sich nackt vor der Mona Lisa im Pariser Louvre gezeigt. Dafür war de Robertis zu 35 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Sie hatte ihre Performance damit begründet, "die Stellung der Frau in der Geschichte der Kunst" hinterfragen zu wollen. (rom)