Freiburg: Kommission untersucht Machtmissbrauch im Erzbistum
Neues Gremium soll Erzbischof Burger beraten

Freiburg: Kommission untersucht Machtmissbrauch im Erzbistum

Mit einer neu eingerichteten Kommission will das Erzbistum Freiburg die Aufarbeitung des kirchlichen Missbrauchsskandals weiter vorantreiben. Dabei geht es um Strukturen und Verhältnisse innerhalb der Diözese.

Freiburg - 16.11.2018

Wenige Wochen nach einer entsprechenden Ankündigung durch Erzbischof Stephan Burger hat im Erzbistum Freiburg am Freitag eine neue Kommission "Macht und Missbrauch" ihre Arbeit aufgenommen. Das Gremium soll nach Angaben des Erzbistums "Strukturen und Verhältnisse in der Erzdiözese Freiburg" daraufhin untersuchen, ob und wie dort missbräuchlich Macht ausgeübt wird.

Laut ihren Statuten soll die Kommission Erzbischof Burger vor allem hinsichtlich der Konsequenzen beraten, die aus den Ergebnissen der im September von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichten Studie zum sexuellen Missbrauch in der Kirche zu ziehen sind und entsprechende Empfehlungen aussprechen. Die Kommission setzt sich den Angaben zufolge aus internen und externen Fachleuten der Bereiche Straf- und Arbeitsrecht, Psychologie und Theologie zusammen. Sie solle so zusammengesetzt sein, dass die Mehrheit der Mitglieder in keinem arbeitsrechtlichen Abhängigkeitsverhältnis zur Erzdiözese stehe.

Zu den Mitgliedern der Kommission zählen unter anderem die beiden externen Missbrauchsbeauftragten des Erzbistums, die Rechtsanwältin Angelika Musella und der Kriminologe Helmut Kury, sowie der Theologe Magnus Striet und die Psychotherapeutin und Supervisorin Gisela Hogeback. Zu den ersten Aufgaben der Kommission zählen die exemplarische systematische Aufarbeitung einiger besonders auffälliger Missbrauchsfälle in der Erzdiözese, um daraus Erkenntnisse über Strukturen zu gewinnen, die Missbrauch begünstigen können, teilte das Erzbistum mit. (stz)