Erzbistum Köln hält an Priesterausbildung an Uni Bonn fest
Kein Abzug der Seminaristen geplant

Erzbistum Köln hält an Priesterausbildung an Uni Bonn fest

Nach Querelen um eine Lehrstuhlbesetzung: Werden die Priester des Erzbistums Köln künftig nicht mehr in Bonn, sondern in Sankt Augustin ausgebildet? Das Erzbistum dementiert nun einen entsprechenden Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers.

Köln/Bonn - 03.12.2018

Das Erzbistum Köln hält an seiner Priesterausbildung an der Universität Bonn fest. Der entsprechende Vertrag zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Heiligen Stuhl gelte ohne Befristung fort, sagte Sprecher Christoph Heckeley am Montagabend der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er widersprach damit einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeiger", wonach die Erzdiözese plane, das Theologiestudium der Priester von der Universität Bonn zur Philosophisch-Theologischen Hochschule (PTH) in Sankt Augustin zu verlegen.

Die beiden Einrichtungen in Bonn und Sankt Augustin hätten sich bereits in den vergangenen Jahren aufgrund der unterschiedlichen Schwerpunkte gegenseitig ergänzt und sollten das weiterhin tun, betonte Heckeley. Auch wolle das Erzbistum in Gesprächen mit der Hochschule Sankt Augustin die Möglichkeiten einer Fortführung der dortigen Ausbildung mit dem missionstheologischen und interreligiösen Schwerpunkt finden.

Laut Heckeley will das Erzbistum die PTH der Steyler Missionare ab nächstem Jahr durch einen Zuschuss zu den Trägerkosten finanziell unterstützen; gedacht sei an eine Beteiligung am Haushalt der Hochschule in Höhe von etwa 15 Prozent, was einer niedrigen sechsstelligen Summe entspreche. Die Steyler Missionare hatten im vorigen Jahr auf personelle und finanzielle Schwierigkeiten hingewiesen, ihre Hochschule weiterzuführen. Im August 2017 war nach jahrelangen Verhandlungen eine Schließung der PTH abgewendet worden.

Der Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, wolle zudem das stockende Verfahren zur Wiederbesetzung des Dogmatik-Lehrstuhls an der Bonner Katholisch-Theologischen Fakultät durch Gespräche mit dem Dekan zu einer positiven Lösung führen, betonte der Sprecher. Woelki hatte die Berufung des im schweizerischen Fribourg lehrenden Fundamentaltheologen Joachim Negel nach Bonn verhindert. Beim NRW-Wissenschaftsministerium machte er auf mögliche Fehler im Berufungsverfahren und bei der Bestenauslese aufmerksam. Laut dem Anwalt der Erzdiözese wurde dabei auch die Frage thematisiert, ob für den Dogmatik-Lehrstuhl das Fach Dogmatik Schwerpunkt eines Kandidaten sein müsse. Negel hatte dem Erzbischof vorgeworfen, einen eigenen Wunschkandidaten durchsetzen zu wollen. (KNA)