Berliner Oberhirte besucht Caritas-Arztmobil

Erzbischof Koch will bessere medizinische Versorgung für Obdachlose

Aktualisiert am 05.12.2018  –  Lesedauer: 

Berlin ‐ Es sei eine "Frage der Menschlichkeit", dass Menschen, die auf der Straße leben, medizinisch versorgt werden: Der Berliner Erzbischof Heiner Koch macht sich für Obdachlose stark.

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Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat eine bessere medizinische Versorgung von Obdachlosen angemahnt. Es sei eine "Frage der Menschlichkeit", dass Menschen, die auf der Straße lebten, medizinisch versorgt würden – "egal woher sie kommen", sagte Koch am Mittwoch in Berlin. Benötigt werde "ein gut ausgestattetes, niedrigschwelliges medizinisches Versorgungssystem für obdachlose Menschen", zu dem alle Bedürftigen ohne Anspruchsprüfung Zugang hätten.

Koch äußerte sich bei einem Besuch des Caritas-Arztmobils in Berlin. Die mobile Arztpraxis fährt seit 23 Jahren durch die Hauptstadt und versorgt Obdachlose medizinisch. Koch und die Berliner Caritas-Direktorin Ulrike Kostka wollten sich bei ihrem Besuch im Stadtteil Kreuzberg einen Eindruck von der gesundheitlichen Situation von Menschen machen, die dauerhaft auf der Straße leben oder keine Krankenversicherung haben. Zugleich nutzen beide die Gelegenheit, mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen.

Nach Angaben der Caritas steigt die Zahl der Obdachlosen in Berlin, die nicht durch medizinische Regelangebote erreicht werden. Da die meisten Betroffenen nicht krankenversichert seien, würden sie in normalen Arztpraxen nicht behandelt und könnten nur als Notfälle in Krankenhäusern versorgt werden. Als Alternative blieben meist nur Hilfsangebote sozialer Träger. Das Caritas-Arztmobil führt laut der Hilfsorganisation jedes Jahr rund 1.700 Behandlungen und 1.600 Beratungsgespräche direkt auf der Straße durch. Ein großer Anteil der Patienten komme aus EU-Ländern, darunter seien viele Polen, Rumänen und Bulgaren, die in Deutschland oftmals keinen Anspruch auf eine Krankenversicherung hätten. (stz)