DBK-Sekretär zu Missbrauch: Müssen Verantwortliche konkret benennen
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Pater Hans Langendörfer sieht großen Reformbedarf in Kirche

DBK-Sekretär zu Missbrauch: Müssen Verantwortliche konkret benennen

Die Zeit sei nun da, konkret zu benennen, wer in den Bistümern für den Einsatz und die Versetzungen von Missbrauchstätern verantwortlich war: DBK-Sekretär Hans Langendörfer will zudem eine breite Debatte über den Zölibat und kirchliche Sexualmoral.

Köln - 17.01.2019

Nach der Missbrauchsstudie der deutschen Bischöfe sieht Bischofskonferenz-Sekretär Pater Hans Langendörfer einen großen Reformbedarf in der deutschen Kirche. Notwendig sei ein Mentalitätswandel, sagte er am Mittwochabend in Köln. Dazu gehöre eine breite Debatte über den Zölibat und die kirchliche Sexualmoral, die neue Erkenntnisse aufnehme und in Rom gehört werde. Auch sei jetzt die Zeit, konkret zu benennen, wer genau in den Bistümern für den Einsatz und die Versetzungen von Missbrauchstätern verantwortlich war.

Langendörfer forderte auch ein kirchliches Straf- und Disziplinarrecht für die deutsche Ebene. Denn bei Missbrauchstätern nütze es wenig, wenn Fälle erst nach Jahren entschieden werden.

Mehr Gewaltenteilung

Überdies muss es nach den Worten des Sekretärs mehr Gewaltenteilung in der Kirche geben, indem etwa in Deutschland eine kirchliche Verwaltungsgerichtsbarkeit eingeführt wird. Bislang sei in strittigen Fragen nur in Rom ein Rekurs möglich. Nach vielen Jahren des Wartens gebe es dann oft kein Ergebnis. Das ganze kirchliche Gerichtswesen sollte daher stärker national gestaltet werden.

Eine von den Bischöfen beauftragte Forschergruppe hatte in den kirchlichen Akten der Jahre 1946 bis 2014 Hinweise auf 3.677 Betroffene sexueller Übergriffe und auf rund 1.670 beschuldigte Priester, Diakone und Ordensleute gefunden. Langendörfer äußerte sich bei einem Podium mit der Journalistin Christiane Florin vom Deutschlandfunk in der Karl-Rahner-Akademie.

Pater Hans Langendörfer SJ (67) ist seit 1996 Sekretär der DBK. 2008 wurde er vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Im vergangenen September ist ihm der Ehrenring der Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft verliehen worden. (tmg/KNA)