Rund 200 Flüchtlinge gehen an Bord eines Fährschiffes  um von Kiel aus in Richtung Göteborg in Schweden weiterzureisen.
Christenführer bieten Behörden Hilfe an

Schwedens Kirchenvertreter fordern Asyl für Konvertiten

Kirchenführer in Schweden fordern Asyl für zum Christentum konvertierte Migranten. In vielen islamischen Ländern werde der Glaubenswechsel mit dem Tod bestraft, appellierten sie an das staatliche Migrationsamt.

Bonn - 21.01.2019

Vertreter von 30 christlichen Gemeinschaften in Schweden haben sich für Asyl für konvertierte Migranten ausgesprochen. Die Geistlichen, darunter der katholische Bischof von Stockholm, Kardinal Anders Arborelius, zeigten sich betroffen über Abschiebungen von zum Christentum konvertierten Muslimen, berichtete der polnische Fernsehsender TVP-Info am Sonntag.

Nach Angaben Arborelius' gegenüber der Nachrichtenagentur KAI werden jedes Jahr schätzungsweise rund 1.000 Muslime in Schweden getauft. Belastbare Zahlen gebe es aber nicht. "Die Mehrzahl nimmt den Glauben innerhalb von Pfingstkirchen an, aber das spielt für die anderen Christen keine Rolle; zur Verteidigung der Konvertiten vereinigen sich alle Kirchen", so der Kardinal.

Anders Arborelius im Porträt
Bild: © KNA

Kardinal Anders Arborelius ist Bischof von Stockholm.

Bei einem Treffen mit dem Leiter des staatlichen Migrationsamts, Mikael Ribbenvik, hätten die Kirchenvertreter vergangene Woche versucht, die Lage der Menschen, die konvertieren, zu erklären, sagte Arborelius gegenüber Vatican News. Um zu bestimmen, ob echter Glaube die Asylbewerber antreibe, könne man nicht einfach Wissen über Glaubensinhalte abfragen. Vielmehr müsse man ausführlich mit den Konvertiten sprechen und mit denen, die sie beim Glaubenswechsel begleitet haben. Zudem sollten die Behörden darauf achten, wie sich die Getauften benehmen.

Die christlichen Kirchen haben den Behörden laut Arborelius Hilfe angeboten, die Lage der Konvertiten richtig einzuschätzen. Schweden sei in der Regel offen für Asylbewerber, aber manchmal verstehe der Staat die Religionswechsler nicht, "einfach, weil sich hier nicht viele Menschen mit Religion auskennen". Der Kirchenrat wolle etwa Informationen weitergeben, wodurch die Betroffenen zum christlichen Glauben gekommen seien und wie es um die Lage von Christen in ihren Herkunftsländern stehe. "Zum Beispiel ist es für einen Konvertiten sehr gefährlich, nach Afghanistan oder in den Iran zurückzukehren", betonte der Kardinal. (luk)