Feuerwehr steht im Hof des Franziskanerklosters in Füssen
Ältester Mönch Deutschlands erliegt seinen Verbrennungen

Zerstörendes Feuer

Deutschlands ältester Franziskaner, Askanius Vetter, ist nach einem Brand im Füssener Kloster seinen schweren Verletzungen erlegen. Der 100-jährige Pater starb im Laufe des Montags laut Polizeiangaben in der Unfallklinik Murnau. Das Feuer könnte ersten Ermittlungen zufolge von einer Nachttischlampe in seinem Zimmer ausgegangen sein. Sie wird vom Landeskriminalamt untersucht. Vorsätzliche Brandstiftung schloss die Polizei als Ursache aus.

Füssen - 08.01.2013

Das Feuer war kurz vor halb sieben am Morgen des Dreikönigstags in dem Kloster ausgebrochen. Dabei wurden neben dem 100-Jährigen neun Mitbrüder sowie ein Feuerwehrmann verletzt. Der Sachschaden wird auf mindestens 100.000 Euro geschätzt. Dazu kommen Schäden an kunsthistorischen Gegenständen, die noch von Sachverständigen begutachtet werden müssen.

Kunstwerke stark zerstört

Der Konventsflur im ersten Stock sei durch das Feuer "völlig verwüstet", sagte der Provinzsekretär der deutschen Franziskanerprovinz, Pater Georg Andlinger. Der Gästeflügel sei dagegen unbeschädigt. Dort könnten die Mitbrüder weiter leben. Es werde überlegt, zwei über 80-jährige Franziskaner in andere Klöster zu verlegen. Zu den Schäden an Kunstwerken erklärte Andlinger, mindestens 20 Objekte seien betroffen, ein Teil davon "völlig verbrannt".

Der Verstorbene stammte von einem fränkischen Bauernhof und lebte seit 2004 in Füssen. 1937 war er vom damaligen Münchner Kardinal Michael Faulhaber zum Priester geweiht worden. Bis kurz vor seinem Tod betätigte sich der Bergliebhaber auch noch als Seelsorger.

Kloster existiert seit 1628

Das Bistum Augsburg als Eigentümer des Klosters hatte den Franziskanern in einer ersten Reaktion am Sonntag Hilfe und Wohnraum angeboten. Generalvikar Harald Heinrich sprach allen Betroffenen sein "großes Mitgefühl" aus. Der Füssener Dekan Frank Deuring zeigte sich "sehr geschockt". Er hoffe, dass die lange Tradition der Franziskaner in Füssen trotz des schweren Unglücks erhalten bleibe.

Das Kloster wurde 1628 auf Wunsch von Füssener Bürgern errichtet. Die ersten Mönche kamen damals ins Allgäu aus dem benachbarten Reutte in Tirol. 1836 wurde der Konvent in die bayerische Franziskanerprovinz aufgenommen. 1979 übernahm die Diözese Augsburg das Eigentumsrecht und renovierte Kloster und Kirche. Heute verbringen dort vor allem ältere Ordensleute ihren Lebensabend. In der Pfarreiengemeinschaft Füssen sind die Franziskaner für die Kur- und Touristenseelsorge sowie die Krankenseelsorge zuständig und arbeiten in der Gemeindeseelsorge mit.