Der Kopf der Christkönig-Statue von Świebodzin
Laut konservativen Christen "empörend und blasphemisch"

Verlag "DC" zieht Jesus-Comic nach Protesten zurück

Eigentlich wollte der US-Comicverlag "DC" Jesus in einer Comic-Serie zurück auf die Erde holen und zum Helfer eines Superhelden machen. Konservative Christen protestierten, die Veröffentlichung ist geplatzt. Doch die Autoren geben nicht auf.

New York City - 19.02.2019

Ein vom US-Verlag DC geplanter Jesus-Comic wird erstmal nicht erscheinen. Wie die "Huffington Post" am Montag berichtet, war die Veröffentlichung des ersten Teils einer Jesus-Reihe für Anfang März geplant. Vergangenen Mittwoch bestätigten aber die beiden Autoren, Mark Russell und Richard Pace, dass die Veröffentlichung abgesagt wurde und sie vom Verlag die Rechte an ihrem Heft zurückerhalten haben.

In "Second Coming" geht es um eine Rückkehr Christi auf die Erde. Gott ist unzufrieden damit, dass Jesus bei seinem ersten Aufenthalt dort gekreuzigt wurde und schickt ihn deshalb ein zweites Mal zu den Menschen. Er soll dort vom Superhelden "Sun-Man" lernen. Während dieser Konflikte in erster Linie mit Gewalt löst, setzt Jesus auf einen friedlichen Ansatz und beide lernen voneinander. Des Weiteren ist Jesus schockiert darüber, was aus dem Christentum geworden ist und in seinem Namen über Jahrhunderte hinweg getan wurde. Deshalb will er der Kirche von heute die Botschaft des Evangeliums verdeutlichen.

Konservative Christen kritisierten den Comic. Eine Petition, die ihn "empörend und blasphemisch" nannte, wurde von 230.000 Menschen unterschrieben. Darin kritisieren die Verfasser, dass sich DC wohl nicht getraut hätte, einen ähnlichen Comic über Mohammed oder Buddha zu veröffentlichen. Die Lebensgeschichte von Jesus Christus solle nicht lächerlich gemacht werden, um Comics zu verkaufen, hieß es. Auch einige christliche Webseiten und der konservative Sender "Fox News" wandten sich gegen die Veröffentlichung des Comics.

Laut den Autoren scheiterte die Veröffentlichung letztendlich an den Änderungswünschen des Verlags: Dieser forderte unter anderem keinen nackten Adam und deutlich weniger Flüche im Heft. Das wollten die Autoren aber nicht mittragen. Sie einigten sich mit DC auf eine Rückübertragung der Verwertungsrechte und suchen nun einen neuen Verlag. (cph)