Die mit Handschellen gefesselten Hände eines Mannes hinter seinem Rücken.
Antikatholische Tat in Schottland

Protestant bespuckt katholischen Pfarrer: Zehn Monate Haft

Der Täter hatte im vergangenen Juli an einer traditionellen Parade des Oranier-Ordens teilgenommen. Dabei führte der Weg auch an einer katholischen Kirche vorbei. Und deren Priester wurde zum Opfer.

Glasgow - 28.02.2019

In Schottland ist ein Protestant zu zehn Monaten Haft verurteilt worden, weil er einen katholischen Priester angespuckt hat. Der Mann habe eingeräumt, dass die Tat einen antikatholischen Hintergrund habe, berichtet der britische Sender BBC auf seiner Internetseite. Der 24-jährige Täter hatte im vergangenen Juli an einem traditionellen Marsch von Protestanten durch Glasgow teilgenommen, der sogenannten "Boyne Parade" des Oranier-Ordens. Wie Medien berichteten, entwickelte sich im Lauf der Demonstration eine aggressive, teils gewaltbereite Atmosphäre.

Der Demonstrationszug habe schließlich auch die katholische St. Alphonsus-Kirche passiert. Davor stand ein Geistlicher, der sich mit einigen Gläubigen unterhielt. Der Pfarrer habe wegen der anrückenden Demonstranten noch zurück in die Kirche gehen wollen, allerdings sei ihm der Weg versperrt gewesen. In dieser aufgeheizten Atmosphäre habe der protestantische Täter den Pfarrer dann bespuckt.

Der zuständige Richter bezeichnete die Tat als widerlich und feige. Statt sich deeskalierend zu verhalten, habe der Täter den Schutz der Menge für seine Tat ausgenutzt. Ein solches Verhalten könne zu Hass führen und gesellschaftliche Konflikte befeuern. Bei forensischen Untersuchungen war eine Übereinstimmung der DNA des Täters mit Speichel auf dem Ornat des Pfarrers festgestellt worden. Vor etwa einem Monat hatte der junge Mann die Tat schließlich gestanden. An der "Boyne Parade" sollen bis zu 4.000 Menschen teilgenommen haben. (gho)