Wegweiser zum Pfarrbüro
Vorläufiger Endpunkt der Strukturreform vor Ort

In Riesa entsteht die größte Flächen-Pfarrei der Diözese Dresden

3.200 Katholiken auf 1.300 Quadratkilometern, sieben Kirchen: Das sind die Eckdaten der neuen Pfarrei, die Ende März in Sachsen entstehen soll. Sie wird die flächenmäßig größte des Bistums Dresden-Meißen.

Riesa - 05.03.2019

Im sächsischen Riesa entsteht die flächenmäßig größte Pfarrei des Bistums Dresden-Meißen. Wie die Diözese am Montag mitteilte, werden am 24. März in einem Gottesdienst die bisher eigenständigen drei Pfarreien St. Katharina in Großenhain, St. Barbara in Riesa und St. Hubertus in Wermsdorf vom Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers zusammengelegt. Die neue Pfarrei St. Barbara mit Sitz in Riesa wird dann auf einer Fläche von 1.300 Quadratkilometern 3.200 Mitglieder haben – zum Vergleich: Das Bistum Essen vereint auf einer Fläche von 1.900 Quadratkilometern fast 800.000 Katholiken.

Die Zusammenlegung ist der vorläufige Endpunkt eines sogenannten "Erkundungsprozesses", den der damalige Dresdner Bischof Heiner Koch im Herbst 2013 angestoßen hatte. Damit sollte Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur begegnet werden: Während die katholischen Gemeinden in Ballungsräumen wie etwa Leipzig und Dresden wachsen, geht die Zahl der Katholiken in ländlichen Gebieten spürbar zurück. Außerdem haben die Gemeinden weniger Priester und Gemeindereferenten sowie finanzielle Mittel zur Verfügung. Deshalb wurde im Laufe des vergangenen Jahres entschieden, die drei Pfarreien zusammenzulegen.

Heinrich Timmerevers ist Bischof von Dresden-Meißen.

Heinrich Timmerevers ist Bischof von Dresden-Meißen.

Zur neuen Großpfarrei werden sieben Kirchen gehören – damit bleiben alle bisher von den Gemeinden genutzten Gotteshäuser erhalten. Von den bisher drei Pfarrbüros werden zwei als Außenstellen des Hauptsitzes weitergeführt. Auch die Zahl der hauptamtlichen Seelsorger ändert sich nicht: Den Gläubigen stehen zwei Priester und ein Gemeindereferent zur Verfügung. Dagegen soll sich die Zahl der Gremien verringern: Statt bisher drei Pfarrgemeinde- und Kirchenräten soll es bald nur noch jeweils ein Gremium geben. Allerdings soll es möglich sein, vor Ort sogenannte "Seelsorgeräte" zu bilden.

Laut Bistum soll in der neuen Pfarrei nicht alles zentral geregelt, sondern so viel wie möglich vor Ort organisiert werden. Allerdings gebe es etwa im Bereich der Jugendarbeit schon länger eine Zusammenarbeit zwischen den bisherigen drei Gemeinden, etwa in Form gemeinsam organisierter Kinderfreizeiten.

Auch in anderen Bistümern ist die Bildung großer Gemeinden im Gespräch: So heißt es etwa in einer neuen Arbeitshilfe des Erzbistums Freiburg, dass aus bisher 224 Pfarreiverbünden in Zukunft 40 Verwaltungszentren werden sollen. Das Bistum Trier will seine Gemeindezahl trotz Protesten ab 2020 von fast 900 Gemeinden auf 35 Großpfarreien reduzieren. (cph)