Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte.
Konflikt mit Kirche verschärft sich weiter

Präsident Duterte will Todesstrafe für Missbrauchspriester

Die Welt wäre eine bessere, wenn man solche Priester "noch heute töten" würde: Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte fordert die Todesstrafe für Geistliche, die sich an Kindern vergehen.

Manila - 27.03.2019

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat die Todesstrafe für Missbrauchstäter in den Reihen der katholischen Kirche gefordert. In einer viel beachteten Rede sagte er laut Medienberichten (Dienstag), er würde Geistliche, die sich an Kindern vergehen, "wirklich umbringen". Die Welt wäre eine bessere, wenn man solche Priester "noch heute töten" würde, wird der Regierungschef zitiert.

Duterte sorgt immer wieder mit unflätigen Schimpftiraden gegen die katholische Kirche für Aufsehen. "Ich kann nur betonen, dass die Bischöfe Hurensöhne sind. Das ist die Wahrheit. Die meisten von denen sind schwul", sagte er vor einigen Wochen unvermittelt bei einer Feier zum Baubeginn einer Schule in Manila. Im vergangenen Dezember hatte er dazu aufgerufen, die Bischöfe des Landes zu töten.

Die Kirche kritisiert vor allem Dutertes "Drogenkrieg", in dessen Verlauf bereits Tausende angebliche Drogenkriminelle ohne Gerichtsverfahren getötet wurden.

Der Streit gewinnt zusehends an Schärfe. Während Duterte seine harschen Attacken in gewohnter Manier fortsetzt, verschärfte zuletzt auch die Kirche ihren Ton deutlich. Der frühere Vorsitzende der nationalen Bischofskonferenz, Erzbischof Socrates Villegas, bezeichnete den Präsidenten in seiner Neujahrsbotschaft als "Antichristen". (tmg/KNA)