Bischofskonferenz verurteilt Gewalt

Indische Ordensfrauen mit Rosenkranz gewürgt

Aktualisiert am 07.04.2019  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt/Bonn ‐ Die Gewalt gegen Christen in Indien reißt nicht ab. Nun wurde bekannt, dass Ordensfrauen von radikalisierten Hindus mit ihren eigenen Rosenkränzen gewürgt und geschlagen wurden. Die indischen Bischöfe sind entsetzt.

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In Indien sind vier Ordensfrauen Opfer von massiver Gewalt durch eine Gruppe von Hindu-Nationalisten geworden. Die Franziskanerinnen wurden von einigen der etwa 200 Täter mit ihren Rosenkränzen gewürgt sowie geschlagen und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, berichtete das Nachrichtenportal "Vatican News" am Samstag. Inzwischen befinden sich die Ordensschwestern nicht mehr in ärztlicher Behandlung. Der Zwischenfall in einem katholischen Gymnasium im indischen Bundesstaat Tamil Nadu ereignete sich bereits Ende März, wurde jedoch erst jetzt bekannt. Bei der Attacke wurden auch die Räumlichkeiten der Schule beschädigt.

Bischofskonferenz: "Glaubensverachtung" als Grund für Gewalt

Die Provinzobere der Franziskanerinnen vom Unbefleckten Herzen Mariens, Schwester Devaseer Mary, sagte, die Täter seien einem Aufruf von nationalistischen Parteien und einflussreichen Lokalpolitikern gefolgt. Sechs von ihnen seien verhaftet worden, weitere Untersuchungen würden noch laufen, erklärte die Ordensfrau der Nachrichtenagentur "Asianews".

Der Generalsekretär der indischen Bischofskonferenz verurteilte die Gewalt gegen die Ordensfrauen. Gegen Christen gerichtete Taten stellten "eine Gefahr für ganz Indien, nicht nur für die Minderheiten" dar, sagte Theodore Mascarenhas. Hinter dem Angriff stecke "Glaubensverachtung", was die Schändung des Kreuzes und der Versuch zeige, die Schwestern mit ihrem eigenen Rosenkranz zu erwürgen. Mascharenhas rief die indische Bevölkerung dazu auf, Respektlosigkeit und Hass nicht länger zu dulden. In Indien kommt es seit mehreren Jahren verstärkt zu Gewalt gegen Minderheiten, besonders gegen Muslime und Christen. Hindu-Nationalisten sehen durch diese religiösen Gruppen die Identität des Landes bedroht. (rom)