Nach Anschlägen: Priester sollen weder Soutane noch Kollar tragen
Bischof in Burkina Faso verhängt Sicherheitsmaßnahmen

Nach Anschlägen: Priester sollen weder Soutane noch Kollar tragen

Seit mehreren Wochen werden in Burkina Faso immer wieder Christen bei Terroranschlägen ermordet. Deshalb hat ein Bischof jetzt umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen für Priester und Gläubige erlassen.

München - 22.05.2019

Nach mehreren Mordanschlägen in den vergangenen Wochen auf Christen im westafrikanischen Burkina Faso hat Bischof Justin Kientega umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen für die Gläubigen und pastoralen Mitarbeiter im Bistum Ouahigouya erlassen. Unter anderem legte Kientega laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des Hilfswerks "Kirche in Not" den Priestern seiner Diözese nahe, Soutane und Priesterkragen nicht jederzeit offen zu tragen.

Weiter empfehle der Bischof seinen Mitarbeitern, bei Fahrten in die oft weit entlegenen Pfarrgebiete keine größeren Fahrzeuge zu benutzen, die Fahrtroute häufig zu wechseln und Nachtfahrten ganz zu meiden. Außerdem sollten Gemeindetreffen und Gottesdienste nicht zu lange im Voraus bekanntgegeben werden.

Große Sorge um Katechten in abgelegenen Gebieten

Ähnlich wie in anderen Regionen Afrikas oder Asiens forderte Kientega nach Angaben von "Kirche in Not" zudem die Einrichtung von Wachdiensten vor Kirchen, um die Gläubigen bei Gefahr schneller warnen zu können. Der Bischof rufe in diesem Zusammenhang auch dazu auf, die Dauer von Gottesdiensten und anderen Feiern zu begrenzen. Besonders besorgt zeigte sich Kientega den Angaben zufolge um die Katecheten. Sie lebten und arbeiteten oft in abgelegenen Gebieten und seien einem erhöhten Risiko ausgesetzt.

Mit seinen Maßnahmen reagierte der Bischof auf einen Angriff vom 13. Mai, bei dem in einer Pfarrei seines Bistums vier Gläubige getötet worden waren. "Die Menschen wurden von Terroristen angegriffen, als sie an einer Prozession zu Ehren der Muttergottes teilnahmen", so Kientega gegenüber "Kirche in Not". Die Gläubigen hätten gedacht, dass sie entführt würden, aber sie seien "erbarmungslos hingerichtet" worden. Nur einen Tag zuvor hatten Terroristen in einem anderen burkinischen Bistum sechs Menschen bei einem Gottesdienst getötet, unter ihnen auch den Priester. Damit sind seit Jahresbeginn in Burkina Faso bereits drei Geistliche bei terroristischen Übergriffen getötet worden. (stz)