Ein Kreuz und ein Blutfleck
Ordensfrau wirkte seit über 20 Jahren in Zentralafrika

Spanische Missionarin brutal ermordet

Grausame Tat in der Zentralafrikanischen Republik: Die 77-jährige Ordensfrau Inés Nieves Sancho wurde von Unbekannten in ihrer Nähwerkstatt enthauptet. Über die Hintergründe der Tat kann bislang nur spekuliert werden.

Bonn - 22.05.2019

In der Zentralafrikanischen Republik ist eine Ordensfrau brutal ermordet worden. Das berichten die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" und verschiedene spanisch- und italienischsprachige Medien. Demnach wurde der 77-jährigen Missionarin der Kopf abgetrennt.

Seit über 20 Jahren als Missionarin tätig

Die Täter hätten Schwester Inés Nieves Sancho in der Nacht auf Montag aus ihrem Zimmer im Dorf Nola im Südwesten des Landes geholt, in ihre Nähwerkstatt gebracht und dort geköpft, heißt es in den Medienberichten. Wer die Täter sind und welche Motive sie hatten, ist demnach noch unklar. Einige Medien spekulieren jedoch, dass eine besondere Form von Organhandel eine Rolle gespielt haben könnte. Organe würden in der Region als eine Art Glücksbringer angesehen, schreibt "VaticanNews" unter Berufung auf den "Osservatore Romano".

Die Missionarin Inés Nieves Sancho hatte seit über 20 Jahren in der Zentralafrikanischen Republik gearbeitet. Sie gehörte der Gemeinschaft der "Töchter Jesu" an und lebte in einem Dorf im Südwesten des Landes. Dort brauchte sie unter anderem bedürftigen Mädchen das Nähen bei.

Der Bischof der zentralafrikanischen Diözese Bangassou, Juan José Aguirre, zeigte sich entsetzt und traurig über den gewaltsamen Tod der Ordensfrau. Die Kirche werde ihr Engagement in Zentralafrika aber trotz der grausamen Tat nicht aufgeben, sagte er dem spanischen Radiosender "Cope". Auch der Ministerpräsident von Spanien, Pedro Sanchez kondolierte. Schwester Inés Nieves Sancho habe eine wichtige Arbeit im Dienste der Bedürftigsten geleistet, schrieb er auf Twitter.

Besuch von Papst Franziskus

Das Christentum ist in der Zentralafrikanischen Republik die größte Religionsgemeinschaft. Nach Angaben des Auswärtigen Amts gehören ihr knapp 80 Prozent der Bewohner an. Papst Franziskus hatte das Land, in dem ein blutiger Bürgerkrieg herrscht, 2015 besucht. Im vergangenen Jahr waren dort bereits der Generalvikar einer Diözese und ein Pfarrer ermordet worden. (gho)