Falscher Bischof verärgert Kirche

Turnschuhe und Modeschmuck

Aktualisiert am 05.03.2013  –  Lesedauer: 
Die Soutane eines Bischofs.
Bild: © KNA
Konklave

Berlin/Rom ‐ Der falsche Bischof, der sich in die Vorbereitungen für das Papst-Konklave im Vatikan eingeschmuggelt hat, hat die katholische Kirche verärgert. Der Mann "mache sich selbst zur weltweiten Lachnummer", erklärte der Sprecher des Erzbistums Berlin, Stefan Förner, am Dienstag. Das Erzbistum habe mit dem Mann, der nach Presseberichten aus Berlin stammt, nichts zu tun. Die Kirche erwäge aber keine juristischen Schritte gegen ihn, die Berufsbezeichnung Bischof sei rechtlich nicht geschützt.

  • Teilen:

Der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, sagte "bild.de", der Mann werde nicht im Annuario Pontificio geführt, dem Päpstlichen Jahrbuch, in dem alle rechtmäßigen katholischen Bischöfe verzeichnet sind. Er empfinde sein Verhalten, in dieser Form die Vorbereitungen zum Konklave zu stören, inakzeptabel.

Player wird geladen ...
Video: © Mediaplus X und Bernward Medien

Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger". Die Zeichentrickserie erklärt auf einfache und humorvolle Art zentrale Begriffe aus Kirche und Christentum. In dieser Folge geht es um den Begriff Konklave, die Papstwahl.

Mit Turnschuhen, ungewöhnlichem "Bischofsgewand" und einem Modeschmuck-Ring am Finger hatte sich der falsche Bischof am Montag in Rom bei den Vorbereitungen zur Papst-Wahl unter die Kardinäle gemischt. Er wurde entdeckt und darauf unter dem Gelächter wartender Journalisten des Geländes verwiesen. Es habe sich um einen unerlaubt geweihten "fahrenden Bischof" gehandelt, der zwischen Australien, England und Deutschland pendele, berichtete die Turiner Zeitung "La Stampa" am Dienstag.

Kennern zufolge - zitiert wird der Fachmann Massimo Introvigne - lässt sich der falsche Bischof öfter auf Schwulen- und Lesben-Demonstrationen ablichten und greift gern die katholische Kirche und ihre Moral an. Wie es scheine, so das Blatt, verdiene er seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Ritterorden und Diplomen seiner - nicht existierenden - Universität Jesus Christ University. Der Vatikan-Sprecher Federico Lombardi hatte am Montag gesagt, ihm sei der Vorfall nicht bekannt.

Der Berliner Bistums-Sprecher erklärte, grundsätzlich gelte für diesen Fall der biblische Spruch: "An ihren Früchten werdet Ihr sie erkennen." Der sogenannte "Bischof" qualifiziere sich mit seinen Auftritten selbst. Sein ständiger Versuch, sich durch öffentliche Auftritte zu profilieren, funktioniere offenbar nicht.

Von Esteban Engel und Hanns-Jochen Kaffsack (dpa)

Der Heilige Geist

Wer wird nach Benedikt XVI. auf dem Stuhl Petri sitzen? 117 Kardinäle werden im März über den kommenden Pontifex entscheiden. Katholisch.de erläutert die Hintergründe dieser wichtigen Kirchenversammlung und erläutert zentrale Begriffe.