Standpunkt

Die Kompetenz katholischer Journalisten nutzen

Aktualisiert am 03.06.2019  –  Lesedauer: 
Schachfigur
Bild: © Fotolia.com/Roma

Bonn ‐ Die Bistümer sollten sich auf den digitalen Wandel der Medienwelt einstellen und ihre Angebotspalette erweitern, kommentiert Christof Haverkamp. Er sieht dennoch nach wie vor eine wichtige Rolle für die Bistumszeitungen.

  • Teilen:

HTML-Elemente (z.B. Videos) sind ausgeblendet. Zum Einblenden der Elemente aktivieren Sie hier die entsprechenden Cookies.

Noch bis Dezember 2023 sollen die Bistumszeitungen von Mainz, Limburg und Fulda erscheinen – dann ist Schluss, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen. Das Ende weiterer Kirchenzeitungen ist absehbar, doch die Bistümer müssen sich fragen, wie es mit ihrer Kommunikation weitergeht.

Vor allem drei Gründe machen Bistumszeitungen das Leben schwer: Erstens die allgemeine Veränderung der Medienlandschaft, mit der ebenso regionale Tageszeitungen zu kämpfen haben. Auch Parteien tun sich ja schwer mit dem digitalen Wandel in Richtung YouTube und Twitter, was gerade die CDU spürt. Zweiter Grund ist die abnehmende Kirchenbindung, ablesbar etwa an sinkenden Teilnehmerzahlen am Gottesdienst und am schwindenden Ansehen der katholischen Kirche.

Erschwerend hinzu kommt drittens das Negativ-Image der Bistumszeitungen. Nach wie vor – und zwar mehr noch von Laien als von Bischöfen – werden sie als offizielles Verlautbarungsorgan angesehen. Kein Wunder, wenn der Ruf des biederen, braven, betulichen Blattes hartnäckig an ihnen klebt, ob berechtigt oder nicht.

Was tun? Der Kirche sollte es vor allem um die Verbreitung der christlichen Botschaft und um die Werte des Evangeliums gehen. Da werden leider auch innerkirchlich Bistumszeitungen längst als Auslaufmodell abgetan, obwohl gerade sie Wertvolles zur Glaubensvermittlung, zur Information über vorbildliche Projekte und zur lebendigen innerkirchlichen Debatte leisten. Zumindest da, wo auf professionelles Handwerk mit modernem Layout und packenden Überschriften Wert gelegt wird. Und wo Bistumsleitungen Freiheiten zulassen und Redakteure diese nutzen.

Zweifellos muss die Angebotspalette erweitert werden und neben dem Printprodukt für den kleiner werdenden Kreis der Engagierten mehr kommen – zum Beispiel kostenlose Mitgliedermagazine, die sich auch an Kirchenfernere wenden und gut gemachte Internetportale, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Medienkanäle ändern sich, die Digitalisierung muss stärker genutzt werden. Die Kompetenz der abnehmenden Zahl von Journalisten mit kircheninternem und theologischem Fachwissen muss dabei zwingend gefördert werden. Sonst geht viel verloren.

Von Christof Haverkamp

Der Autor

Christof Haverkamp ist Chefredakteur der Bistumszeitung "Kirche+Leben" in Münster.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von katholisch.de wider.