Im Vatikan fehlen zwei der 115 Papstwähler

Noch kein Termin für Konklave

Aktualisiert am 06.03.2013  –  Lesedauer: 
Kardinäle sitzen auf Stühlen.
Bild: © KNA
Sedisvakanz

Vatikanstadt/Bonn ‐ Die zur Vorbereitung der Papstwahl im Vatikan versammelten Kardinäle haben noch nicht über einen Termin für den Beginn des Konklaves abgestimmt. Das teilte Vatikansprecher Federico Lombardi am Mittwoch nach der vierten Generalkongregation mit. An dem Treffen nahmen insgesamt 153 Kardinäle teil, darunter 113 der 115 zur Papstwahl zugelassenen unter 80-Jährigen.

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Vier neu eingetroffene Kardinäle leisteten am Mittwochmorgen ihren Eid zur Beachtung der Wahlordnung und der Geheimhaltung. Es handelte sich um den Mainzer Kardinal Karl Lehmann (76), den Ägypter Antonios Naguib (77), Kardinal John Tong Hon (73) von Hongkong und den früheren Münchener Kardinal Friedrich Wetter (85). Noch nicht eingetroffen waren bislang von den Wahlberechtigten der Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz (63) und seine vietnamesischer Amtskollege Jean-Baptiste Pham Minh Man (79).

In 18 rund fünfminütigen Wortmeldungen der Kardinäle ging es am Mittwochmorgen nach Worten Angaben Lombardis um die Lage der Kirche in der heutigen Welt und um die angestrebte Neuevangelisierung. Zudem hätten sich die Teilnehmer zum Verhältnis der vatikanischen Kurie und den Ortskirchen geäußert. Schließlich hätten sie über Profil und Eigenschaften gesprochen, die der neue Papst aufweisen sollte.

Die Deutschen sind komplett

Am Nachmittag wollten sich die Kardinäle zu einem Gebetstreffen im Petersdom versammeln. Für Donnerstag sind wieder zwei Konferenzen vorgesehen, eine vormittags und eine am späteren Nachmittag. Die große Mehrheit der Kardinäle traf am Morgen mit einem Auto im Vatikan ein; nur wenige kamen noch zu Fuß. Auch diese machten den wartenden Journalisten keine Angaben zum Verlauf der Beratungen.

Mit der Ankunft Lehmanns am Dienstagabend in Rom sind nun alle sechs deutschen Papstwähler bei den Konklave-Planungen dabei: die Kurienkardinäle Walter Kasper (80) und Paul Josef Cordes (78) sowie die Erzbischöfe von Köln, München und Berlin, Joachim Meisner (79), Reinhard Marx (59) und Rainer Maria Woelki (56).

Die Generalkongregation gratulierte Kasper am Mittwoch zum 80. Geburtstag. Im Namen der versammelten Würdenträger sprach Kardinaldekan Angelo Sodano (85) dem früheren Theologieprofessor und Präsidenten des Einheitsrates die besten Wünsche aus. Kasper hatte am Dienstag sein 80. Lebensjahr vollendet und wird damit als ältester Kardinal ins Konklave einziehen, weil er zu Eintritt der Sedisvakanz noch 79 war. Weiter gratulierte Sodano dem italienischen Kurienkardinal Francesco Coccopalmerio (75 am Mittwoch) und dem bolivianischen Kardinal Julio Terrazas Sandoval (73 am Donnerstag).

Uneinigkeit über ein mögliches vorgezogenes Konklave

Die Spekulationen über ein womöglich vorgezogenes Konklave gehen weiter. Papst Benedikt XVI. hatte in einer seiner letzten Entscheidungen vor seinem Rücktritt den Kardinälen gestattet, den Beginn des Konklaves um einige Tage vorzuziehen, wenn alle zur Papstwahl berechtigten Würdenträger in Rom anwesend sind. Im Prinzip müssen die Kardinäle der Wahlordnung zufolge zwischen dem 15. und 20. Tag nach Beginn der Sedisvakanz zur Papstwahl zusammentreten.

Vor allem italienische Kardinäle sollen auf eine rasche Wahl dringen. Mehrere US-Kardinäle, darunter Patrick O'Malley aus Boston und Francis George aus Chicago, haben jedoch genügend Zeit für Debatten unter den Kardinälen vor dem Konklave verlangt. "Wir sind noch nicht bereit, und ich habe das nie so aufgefasst, dass wir am 10. oder 11. März (mit dem Konklave) beginnen würden", sagte George der Turiner Zeitung "La Stampa". Es sei besser, lange zu diskutieren und dann ein kurzes Konklave zu haben. Auch der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper hatte sich wiederholt gegen ein überstürztes Vorgehen ausgesprochen.

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi hatte präzisiert, es müssten für eine Abstimmung über den Konklave-Beginn wohl doch nicht alle Papst-Wähler bereits anwesend sein. Dafür könnte ausreichen, dass noch fehlende Kardinäle den Kollegen in Rom versicherten, rechtzeitig zu einem sich abzeichnenden Beginn der Papstwahl ankommen zu können. (luk/KNA/dpa)

Vorbereitungen auf das Konklave

Am Montag, 4. März 2013 , traten die Kardinäle erstmals zusammen, um die Wahl eines Nachfolgers für Benedikt XVI. vorzubereiten. Am Dienstag, 5. März 2013 , diskutierten die Purpurträger weiter und verfassten einen Gruß an den emeritierten Papst Benedikt XVI. In der Sixtinischen Kapelle beginnen am Dienstagnachmittag die Vorbereitungen für das Konklave, die "Sistina" mit den Michelangelo-Fresken wird für Besucher gesperrt. (luk)